14 March 2026, 06:35

Landtagswahl in Baden-Württemberg: Frauenanteil steigt leicht auf 33,8 Prozent

Ein Säulendiagramm, das den Frauenanteil an den Parlamentssitzen in verschiedenen Ländern im Jahr 2011 zeigt, wobei jede Säule ein anderes Land repräsentiert und ihre Höhe den prozentualen Frauenanteil angibt.

So viele Frauen sitzen im neuen Landtag im Südwesten - Landtagswahl in Baden-Württemberg: Frauenanteil steigt leicht auf 33,8 Prozent

Landtagswahl in Baden-Württemberg: Leichter Anstieg des Frauenanteils

Die jüngste Landtagswahl in Baden-Württemberg hat einen leichten Anstieg der Frauenrepräsentation gebracht. Nun halten Frauen 33,8 Prozent der Sitze im Stuttgarter Parlament – ein moderater Zuwachs gegenüber früheren Wahlen. Die Veränderung folgt einer Wahlrechtsreform, die das historisch niedrige Niveau weiblicher Abgeordneter im Land angehen sollte. Bisher lag Baden-Württemberg bei der Vertretung von Frauen in der Politik auf dem letzten Platz unter allen deutschen Landesparlamenten.

Bis 2021 basierte die Kandidatennominierung in Baden-Württemberg stark auf lokalen Direktmandaten. Dieses System begünstigte oft langjährige männliche Amtsinhaber, die im Südwesten umgangssprachlich als Platzhirsche bekannt sind und den Auswahlprozess dominierten. Die zentralen Landeslisten der Parteien hatten kaum Spielraum, um das Ungleichgewicht auszugleichen – Frauen blieben in der Folge unterrepräsentiert.

Das reformierte Wahlrecht gab den Landesverbänden der Parteien nun mehr Einfluss auf die Listenaufstellung. Erstmals besetzten Bündnis 90/Die Grünen, CDU und SPD ihre ersten zehn Listenplätze paritätisch mit Frauen und Männern. Ziel der Reform war es, die lokalen Machtstrukturen zu schwächen, indem Parteien Frauen gezielt auf aussichtsreiche Plätze setzen konnten. Dennoch blieb die Gesamtwirkung auf die Geschlechterbalance begrenzt.

Bei der Wahl selbst sicherten sich die Grünen mit 30,2 Prozent der Zweitstimmen knapp den Sieg vor der CDU, die auf 29,7 Prozent kam. Trotz der Reform fiel der Anstieg weiblicher Abgeordneter bescheiden aus und liegt nur leicht über den Werten der vorherigen Legislaturperiode.

Die aktuellen Wahlergebnisse zeigen zwar eine marginale Verbesserung der Geschlechterverteilung – Frauen stellen nun etwas mehr als ein Drittel der Mandate. Zwar ermöglicht die Reform den Parteien, Kandidatinnen gezielter zu fördern, doch tief verwurzelte lokale Auswahlgewohnheiten bremsen einen umfassenderen Wandel. Das baden-württembergische Parlament bleibt damit männlich dominierter als die meisten anderen Landesparlamente in Deutschland.

Quelle