12 March 2026, 04:33

Linksextreme zerstören Heidelberger Schwangerschaftsberatung – wieder ohne Konsequenzen

Eine Frau in einem weißen Hemd steht vor einem Gebäude mit einer Aussage über Einheit gegen Extremismus und einem Logo in der rechten unteren Ecke.

Linksextreme zerstören Heidelberger Schwangerschaftsberatung – wieder ohne Konsequenzen

Schwangerschaftsberatungsstelle in Heidelberg von mutmaßlichen Linksextremisten verwüstet

Eine Schwangerschaftsberatungsstelle in Heidelberg ist in den frühen Morgenstunden des 6. März Ziel eines mutmaßlich von linksextremen Tätern verübten Anschlags geworden. Die Fassade des Gebäudes sowie der Briefkasten wurden mit Parolen wie "Nieder mit dem Patriarchat" besprüht. Die überwiegend weiblichen Mitarbeiterinnen sehen sich nun nicht nur mit hohen Reparaturkosten konfrontiert, sondern leiden auch unter der emotionalen Belastung durch die wiederholten Angriffe.

Der Vorfall ereignete sich gegen 0.30 Uhr am Pro-Femina-Zentrum. Die Polizei wurde am folgenden Morgen informiert, nachdem das Personal die Schäden entdeckt hatte: Graffiti an den Wänden und einen zerstörten Briefkasten. Später fand sich in nahegelegenen Briefkästen ein Bekennerschreiben, in dem "religiöse, manipulative Gruppen" dafür kritisiert wurden, die körperliche Selbstbestimmung einzuschränken.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Einrichtung angegriffen wird. Seit 2019 gab es mindestens fünf schwere Vorfälle am Heidelberger Standort, ähnlich gelagerte Fälle wurden auch aus Berlin und München gemeldet. Bisher führten die Ermittlungen jedoch zu keinen Festnahmen oder gesicherten Motiven. Die jüngsten Schäden belaufen sich auf schätzungsweise 25.000 Euro, sodass sich die Gesamtverluste der vergangenen Jahre auf rund 100.000 Euro summieren.

Die Geschäftsführerin der Beratungsstelle bezeichnet die finanzielle Belastung als zweitrangig im Vergleich zu den psychischen Folgen. Da 90 Prozent der Belegschaft Frauen sind, empfinden sie die Stigmatisierung durch die Angriffe als belastender als die Kosten. Die Organisation hat nun einen öffentlichen Spendenaufruf gestartet, um die Reparaturen zu finanzieren.

Die Behörden konnten bisher keine Tatverdächtigen ermitteln oder einen eindeutigen politischen Hintergrund nachweisen. Der Fall bleibt ungelöst, es gibt weder Spur noch Fortschritte in den Ermittlungen.

Trotz der wiederholten Vandalenakte führt das Heidelberger Zentrum seine Arbeit fort. Für die Beseitigung der jüngsten Schäden – darunter Graffiti und ein demolierter Briefkasten – werden Spenden gesucht. Ohne Festnahmen oder klare Motive leben die Mitarbeiterinnen weiterhin in Unsicherheit, während sie Frauen in Krisensituationen unterstützen.

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