LkSG zwingt Unternehmen zu teuren ERP-Anpassungen – SAP-Kunden protestieren gegen Zusatzkosten
Paul MeyerLkSG zwingt Unternehmen zu teuren ERP-Anpassungen – SAP-Kunden protestieren gegen Zusatzkosten
Deutschlands Lieferketten-Sorgfaltspflichtengesetz (LkSG) trat im Januar 2023 in Kraft und legte Unternehmen neue Verpflichtungen auf. Zunächst galt das Gesetz für Firmen mit mehr als 3.000 Beschäftigten, doch ab 2024 müssen auch Betriebe mit mindestens 1.000 Mitarbeitenden die Vorgaben erfüllen. Die Regelungen verlangen ein Risikomanagementsystem sowie umfassende Risikobewertungen, um finanzielle Sanktionen zu vermeiden.
Um diese Anforderungen zu erfüllen, empfiehlt SAP seinen Kunden nun spezialisierte Lösungen wie Ariba Risk Management. Anders als frühere Compliance-Tools erfordern diese jedoch separate Lizenzen – was bei Nutzern auf Kritik stößt.
Nach dem LkSG müssen Unternehmen konforme Systeme in ihre Enterprise-Resource-Planning(ERP)-Strukturen integrieren. Bei Nichteinhaltung drohen empfindliche Strafen. SAP schlägt für die Verwaltung von Lieferantendaten Ariba Supplier Lifecycle and Performance vor, betont aber, dass dies optional sei.
Bisher hatte SAP SAP Information Lifecycle Management (ILM) ohne zusätzliche Kosten für die DSGVO-Konformität innerhalb der eigenen Systeme angeboten. Diesmal verweist der Konzern jedoch auf Ariba-basierte Lösungen, die mit Zusatzkosten verbunden sein können. SAP versichert, dass bestehende Kunden die LkSG-Tools im Rahmen ihrer aktuellen Ariba-Abos ohne Aufpreis nutzen können.
Die deutschsprachige SAP-Anwendervereinigung (DSAG) übt scharfe Kritik an diesem Vorgehen und argumentiert, dass Unternehmen nicht für die Erfüllung grundlegender gesetzlicher Standards extra zahlen sollten. SAP entgegnet, die Kritik nicht nachzuvollziehen, da die Compliance-Unterstützung für Ariba-Nutzer bereits enthalten sei.
Das LkSG bleibt vorerst bis mindestens 2029 in Kraft, wobei interne Sorgfaltspflichten trotz ausgesetzter Berichtspflichten weiterhin gelten. Parallel tritt ab Juli 2029 die EU-Richtlinie zur unternehmerischen Sorgfaltspflicht in der Lieferkette (CSDDD) mit strengeren Kriterien in Kraft.
Die Änderungen zwingen Unternehmen nun dazu, ihre ERP-Systeme auf LkSG-Konformität zu prüfen. Zwar wirbt SAP damit, dass bestehende Ariba-Tools für aktuelle Kunden ausreichen, doch die Notwendigkeit separater Lizenzen in einigen Fällen sorgt für Unmut. Angesichts laufender Kontrollen und bevorstehender EU-Vorgaben steht die Wirtschaft weiterhin unter Druck, ihre Lieferkettenüberwachung anzupassen.






