Mainz scheitert fast an der Umstellung auf die Gelbe Tonne bis 2027
Mainz stellt bis 2027 auf "Gelbe Tonne" um – doch es gibt Widerstand und Verzögerungen
Bis 2027 will Mainz das bisherige System der "gelben Säcke" durch die "Gelbe Tonne" ersetzen. Ziel der Umstellung ist es, den Plastikmüll durch die Einwegbeutel zu verringern und die Recyclingquote zu steigern. Doch der Wechsel gestaltet sich schwierig: Es gab Verzögerungen, und Abfallwirtschaftsverbände lehnen die Pläne ab.
Der Stadtrat hatte die Einführung der Gelben Tonne bereits 2019 beschlossen – ausgelöst durch Probleme wie herumliegenden Müll und aufgerissene Verpackungsbeutel, die sich bei der alle zwei Wochen stattfindenden Abholung oft auf den Straßen verteilten. Ein Verwaltungsgericht stoppte das Vorhaben jedoch mit der Begründung, dass das neue System ein Vollservice-Modell erfordere: Demnach müsste der Entsorger die Tonnen stellen und nach der Leerung wieder zurückbringen.
Studien zufolge können Tonnensysteme im Vergleich zu Säcken in manchen Fällen zu mehr Fehlwürfen führen – besonders in ländlichen Gebieten. Pro Kopf könnten so jährlich fast neun Kilogramm Abfall falsch entsorgt werden. Bundesweite Daten aus dem Jahr 2020 zeigten zudem, dass 40 Prozent des Inhalts der gelben Säcke nicht dorthin gehörten.
Der aktuelle Entsorgungsdienstleister BellandVision spricht sich gegen die Umstellung aus. Das Unternehmen argumentiert, dass die Tonnen den Restmüllanteil erhöhen und durch schwerere Sammelfahrzeuge auch die Emissionen steigen könnten. Der bestehende Vertrag mit der Stadt Mainz läuft noch bis Ende 2024, doch ein neuer Auftrag für das Tonnensystem steht bisher aus.
Um das Projekt voranzutreiben, hat die Kommunale Abfallwirtschaft Mainz (KAW) kürzlich eine neue Rahmenrichtlinie erlassen. Diese soll Anbieter anziehen, die bereit sind, das geforderte Vollservice-Modell umzusetzen. Sollte sich kein solcher Dienstleister finden, müssten die Bürger die Tonnen selbst an den Straßenrand bringen und nach der Leerung wieder zurückrollen.
Der Start der Gelben Tonne ist derzeit für den 1. Januar 2027 geplant. Je nach den Konditionen des künftigen Anbieters könnten auf Eigentümer zusätzliche Kosten zukommen. Die Stadt hofft dennoch, dass die Umstellung zu weniger Vermüllung und einer besseren Recyclingbilanz führt – trotz der noch anstehenden Herausforderungen.






