Merz plant radikale Rentenreform: Mindestrente und längere Arbeitszeiten
Jakob BraunMerz plant radikale Rentenreform: Mindestrente und längere Arbeitszeiten
Bundeskanzler Friedrich Merz hat Pläne zur Reform des deutschen Rentensystems angekündigt. Die Regierung beabsichtigt, sämtliche Empfehlungen der Rentenkommission zu übernehmen. Dazu gehören die Einführung einer Mindestrente sowie die Verlängerung der Lebensarbeitszeit durch eine Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung.
Die Rentenkommission schlug vor, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils bis zu ein Prozent der Bruttolöhne in ein kapitalgedecktes Rentensystem einzahlen. Kritiker halten kapitalbasierte Renten jedoch für unzuverlässig und verweisen auf frühere Finanzkrisen und Marktschwankungen.
Zudem will die Regierung Altersarmut mit einer Mindestrente bekämpfen, die durch erhöhte Bundeszuschüsse finanziert werden soll. Gleichzeitig würde die Anbindung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung die Rentenauszahlungen verringern – und damit einkommensschwächere Beschäftigte überproportional belasten. Das umlagefinanzierte Rentensystem hat demgegenüber historisch stabile Renditen von über drei Prozent pro Jahr erwirtschaftet und sich auch in wirtschaftlichen Abschwungphasen als krisensicher erwiesen.
Entgegen mancher Behauptungen profitieren auch jüngere Arbeitnehmer vom aktuellen System. In den vergangenen 20 Jahren ist der Anteil der Rentenausgaben am Bruttoinlandsprodukt sogar gesunken – ein Beleg für seine Belastbarkeit.
Die geplanten Reformen würden die deutsche Rentenlandschaft grundlegend verändern. Eine Mindestrente könnte Altersarmut verringern, doch die Anhebung des Renteneintrittsalters könnte finanzielle Lasten auf besonders schutzbedürftige Gruppen abwälzen. Die vollständige Übernahme der Kommissionsvorschläge durch die Regierung deutet auf tiefgreifende Veränderungen hin.






