Mönchengladbach trotzt dem Wohnungsbau-Tief in NRW mit Rekordzahlen
Maximilian BrandtMönchengladbach trotzt dem Wohnungsbau-Tief in NRW mit Rekordzahlen
Wohnungsbau in Nordrhein-Westfalen auf 14-Jahres-Tief – doch Mönchengladbach setzt gegen den Trend
Der Wohnungsbau in Nordrhein-Westfalen ist 2025 auf den niedrigsten Stand seit 14 Jahren gesunken: Die Fertigstellungen gingen um 9,4 Prozent zurück. Doch Mönchengladbach sticht heraus – die Stadt hat die Zahl der Neubauwohnungen im Vergleich zum Vorjahr fast verdreifacht. Während im gesamten Bundesland steigende Kosten und höhere Kreditzinsen den Markt belasten, zeigen lokale Initiativen in einigen Städten Wirkung.
Mit 37.185 fertiggestellten Wohnungen verzeichnete Nordrhein-Westfalen 2025 den schwächsten Wert seit 2011. Die Bauquote liegt nun bei 19,8 Wohnungen pro 10.000 Einwohner und spiegelt damit den bundesweiten Rückgang wider. Gleichzeitig ist die Finanzierung teurer geworden: Die Zinsen für Baufinanzierungen stiegen seit 2022 von nahe null auf drei bis vier Prozent.
Mönchengladbach als positiver Ausreißer Die Stadt Mönchengladbach jedoch schwimmt gegen den Strom: 2025 wurden hier 758 Wohnungen fertiggestellt – fast dreimal so viele wie 2024. Mit einer Bauquote von 28,4 Wohnungen pro 10.000 Einwohner liegt die Stadt auf Platz drei der kreisfreien Städte und übertrifft den Landesdurchschnitt um 43 Prozent. Auch die Baugenehmigungen stiegen um 73,6 Prozent, was auf anhaltendes Wachstum hindeutet.
Der Aufschwung begann 2023 mit der Wohnungsbauinitiative, für die die Stadt 43 Millionen Euro in ihr kommunales Wohnungsbauunternehmen WohnBau investierte. Die Förderung für den sozialen Wohnungsbau explodierte förmlich: Mönchengladbach nutzte 2024 bereits 274 Prozent des ursprünglich veranschlagten Budgets – nach nur fünf Prozent im Jahr 2021. 2025 bewilligte die Stadt Subventionen in Höhe von 43,2 Millionen Euro für 218 Wohneinheiten und erreichte damit fast den Rekordwert des Vorjahres.
Herausforderungen bleiben Trotz dieser Erfolge gibt es weiterhin Hürden: Der Preisindex für Wohngebäude stieg Anfang 2025 um weitere 3,2 Prozent und setzt sowohl Bauherren als auch Käufer unter Druck.
Während der Wohnungsmarkt in Nordrhein-Westfalen mit rückläufigen Fertigstellungen und steigenden Kosten kämpft, hat Mönchengladbach durch gezielte Investitionen ein deutliches Wachstum erzielt. Die Bauquote der Stadt liegt nun weit über dem Landesdurchschnitt, gestützt durch mehr Genehmigungen und höhere Fördermittel. Dennoch prägen höhere Preise und Kreditzinsen weiterhin die Rahmenbedingungen für Bauherren und Wohnungsuchende.






