26 April 2026, 12:21

Neue Spritpreis-Regel treibt Tankstellengewinne – doch Verbraucher zahlen weiter drauf

Tankstelle zeigt September 2014-Preise für Regular Benzin und Diesel, mit Prozent- und Textbezeichnungen an den Kraftstoffabgabeeinrichtungen.

Neue Spritpreis-Regel treibt Tankstellengewinne – doch Verbraucher zahlen weiter drauf

Eine neue Regelung in Deutschland hat die Art und Weise verändert, wie Tankstellen ihre Spritpreise anpassen – und sie treibt die Gewinne der Mineralölindustrie in die Höhe. Die zwölfstündige Wartefrist bei Preiserhöhungen sollte eigentlich die Kosten stabilisieren, doch erste Daten zeigen, dass sie stattdessen die Margen der Kraftstoffhändler steigen lässt. Die Auswirkungen fallen jedoch je nach Region und Kraftstoffart sehr unterschiedlich aus.

Die Reform trat im Dezember in Kraft und verpflichtet die Tankstellen, nach einem Anstieg der Großhandelspreise zwölf Stunden zu warten, bevor sie ihre Preise erhöhen. Forscher des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE) und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) haben dafür Daten des Markttransparenzstellen für Kraftstoffe ausgewertet. Sie verglichen die Preisentwicklung in den 14 Tagen vor und nach der Einführung der neuen Regel.

Die Gewinnspannen bei Superbenzin stiegen in den ersten beiden Wochen im Schnitt um sechs Cent pro Liter. Die Studie ermittelte die Margen, indem sie die Netto-Verkaufspreise mit den Großhandelspreisen am Handelsplatz Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA) vergleicht. Besonders kleine Tankstellenketten und unabhängige Betreiber verzeichneten die größten Gewinne, während große Ketten nur moderate Steigerungen erlebten.

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Die Auswirkungen waren regional sehr unterschiedlich. In Süddeutschland stiegen die Margen am stärksten an. Bei Diesel war jedoch kein einheitlicher Trend zu erkennen – hier schwankten die Spannen so stark, dass sich kein klarer Anstieg abzeichnete, wie Jacob Schildknecht vom ZEW erläutert.

Justus Haucap, Direktor des DICE, erklärte, dass die Wirkung der Reform stark vom lokalen Wettbewerb abhängt. In Gebieten mit weniger Tankstellen stiegen die Margen besonders stark. Leona Jung vom DICE fügte hinzu, dass die Maßnahme bisher nicht zu einer Senkung der Spritpreise für Verbraucher geführt habe.

Bisher profitieren von der Zwölf-Stunden-Regel vor allem die Verkäufer, nicht die Käufer: Die Margen bei Benzin sind gestiegen, besonders in weniger wettbewerbsintensiven Märkten, während die Dieselpreise unberechenbar bleiben. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Reform ohne weitere Anpassungen weiterhin eher der Industrie als den Verbrauchern zugutekommen könnte.

Quelle