15 April 2026, 00:24

Neue Zeugen belasten Julian Reichelt in langem Justizstreit um Machtmissbrauch

Cartoon-Illustration einer Gerichtsszene mit einem zentralen stehenden Mann, sitzenden Personen, einem Tisch mit Gegenständen rechts und dem Text "Boney's Trial, Sentence, and Dying Speech Europe's Injuries Revenged" unten.

Neue Zeugen belasten Julian Reichelt in langem Justizstreit um Machtmissbrauch

Der Rechtsstreit um die Vorwürfe gegen den ehemaligen Bild-Chefredakteur Julian Reichelt zieht sich weiter hin, nachdem der öffentlich-rechtliche Sender NDR darauf drängt, zensierte Berichterstattung wiederherzustellen. Der Fall, der mit den Ermittlungen des Spiegel im Jahr 2022 begann, schleppte sich aufgrund der langsamen deutschen Justiz jahrelang dahin. Nun könnte die Aussage neuer Zeugen Reichelt erneut unter Druck setzen.

Die Affäre war 2022 eskaliert, als der Spiegel über mutmaßliches Fehlverhalten Reicheltes bei Axel Springer berichtete. Mehrere Frauen, die sich im Rahmen der internen Unternehmensuntersuchung äußerten, mussten später berufliche Konsequenzen fürchten. 2023 sendete ARD in der Reihe Reschke Fernsehen eine Reportage, in der Reichelt vorgeworfen wurde, Affären mit Untergebenen gehabt und Frauen zu sexuellen Beziehungen gedrängt zu haben.

Reichelt reagierte mit einer einstweiligen Verfügung und zwang ARD dazu, zentrale Passagen der Sendung zu schwärzen. Die vollständige Reportage ist mittlerweile nicht mehr in der ARD-Mediathek verfügbar, da die Aufbewahrungsfrist abgelaufen ist. Unterdessen kündigte der NDR an, Zeugen zu laden – darunter eine Frau, die behauptet, Reichelt habe sie zu einer sexuellen Beziehung genötigt.

Reichelt bestreitet die Vorwürfe konsequent und stellt sich als Opfer einer politischen Rufmordkampagne dar. Trotz seiner Dementis zieht sich das Verfahren in die Länge, da das deutsche Justizsystem für Verzögerungen in Presserechtsfällen bekannt ist. Erst 2026 – vier Jahre nach den ersten Enthüllungen – fand die Angelegenheit ein vorläufiges Ende.

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Mit dem Vorstoß des NDR, die zensierten Berichte wieder zugänglich zu machen, könnten neue Details ans Licht kommen. Die Entscheidung, Zeugen zu vernehmen, deutet darauf hin, dass der Fall noch weitere Wendungen nehmen könnte. Bis auf Weiteres bleibt die juristische und berufliche Aufarbeitung der Reichelt-Affäre unabgeschlossen.

Quelle