Neues Forum EnShare kämpft für bessere Regeln bei Energiegemeinschaften in Deutschland
Jakob BraunNeues Forum EnShare kämpft für bessere Regeln bei Energiegemeinschaften in Deutschland
Neues Projekt will rechtliche Rahmenbedingungen für Energiegemeinschaften in Deutschland verbessern
Unter dem Namen Forum EnShare arbeitet eine neue Initiative daran, klare politische Handlungsoptionen zu entwickeln, um die lokale Energiekooperation zu erleichtern. Der Start erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Gemeinden und Energiegenossenschaften weiterhin mit den aktuellen Vorschriften kämpfen.
Seit 2020 haben rund 15 kommunale Energiegenossenschaften und bürgergetragene Projekte digitale Plattformen für Energie-Sharing getestet – darunter die Bürgerenergiegenossenschaft Berlin, die EWS Schönau und Next Energy GmbH in Bayern. Doch diese Pilotvorhaben stießen immer wieder auf rechtliche Hürden, insbesondere durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), Netzzugangsverträge und die Datenschutzbestimmungen der DSGVO.
Das Projekt ESCdigital hat bereits gezeigt, dass die Gründung einer Energiegemeinschaft unter den bestehenden Bedingungen technisch machbar ist. Digitale Werkzeuge spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie erfassen Energieflüsse, gleichen Angebot und Nachfrage ab und fördern einen flexiblen Verbrauch.
Hinter Forum EnShare stehen das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und der Bundesverband Bürgerenergie (BBEn). Ihre Austauschplattform bringt Expert:innen zusammen, um die noch bestehenden rechtlichen und praktischen Hindernisse für eine breitere Umsetzung zu überwinden.
Fachleute betonen, dass eine erfolgreiche Energiewende in Deutschland die Mitwirkung vieler unterschiedlicher Gruppen erfordert. Energie-Sharing ermöglicht es Gemeinden, gemeinsam lokal erzeugten Strom zu nutzen – und so Verschwendung und Kosten zu reduzieren.
Die Ergebnisse des Projekts könnten zu klareren Regeln für Energiegemeinschaften im ganzen Land führen. Werden die rechtlichen Barrieren abgebaut, könnten mehr Gemeinden eigene lokale Energienetze aufbauen. Die nächsten Schritte hängen von politischen Weichenstellungen und der weiteren Zusammenarbeit zwischen Genossenschaften, Forscher:innen und Regulierungsbehörden ab.






