25 June 2026, 14:15

NGOs fordern 2,8 Milliarden Euro mehr für humanitäre Hilfe und Entwicklungspolitik

Hilfsorganisationen kritisieren fehlende Strategie

NGOs fordern 2,8 Milliarden Euro mehr für humanitäre Hilfe und Entwicklungspolitik

Eine Gruppe führender Nichtregierungsorganisationen hat die deutsche Bundesregierung aufgefordert, die Mittel für humanitäre Hilfe im nächsten Bundeshaushalt deutlich aufzustocken. Vorgeschlagen wird eine Erhöhung der Zuweisungen von einer Milliarde auf 2,8 Milliarden Euro. Der Appell erfolgt vor dem Hintergrund globaler Krisen, Konflikte und des Klimawandels, die den Druck auf die Entwicklungspolitik weiter verschärfen.

Mathias Mogge von der Welthungerhilfe und Joshua Hofert von Terre des Hommes wiesen auf die zunehmende Belastung der internationalen Hilfe hin. Seit 2022 wurde der Haushalt für Entwicklungskooperation bereits um ein Drittel gekürzt, und bis 2027 sind weitere Kürzungen geplant. Sie warnten, dass ein Rückzug in der aktuellen Lage den internationalen Verpflichtungen Deutschlands widersprechen würde.

Die Organisationen begrüßten zwar jüngste politische Neuausrichtungen, kritisierten jedoch das Fehlen einer klaren Strategie. Hofert betonte, dass Reformen nicht als reine Top-down-Initiative aus Berlin kommen dürften. Stattdessen müssten von Anfang an die Partnerländer, die lokale Zivilgesellschaft und junge Menschen einbezogen werden. Bindende Teilhabe sei entscheidend für den Erfolg, so Hofert.

Mogge argumentierte, dass die Mittel sowohl für akute Krisenbewältigung als auch für langfristige Prävention eingesetzt werden müssten. Zudem unterstrich er, dass die Qualität der Hilfe genauso wichtig sei wie ihr Umfang. Weniger Bürokratie und mehr Autonomie für zivilgesellschaftliche Akteure würden die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern verbessern.

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In ihrem gemeinsamen Bericht verweisen die NGOs auf eine Zunahme von Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht. Zudem warnen sie, dass eine Politisierung der Hilfe deren grundlegende Prinzipien untergraben könnte. Die Organisationen betonten, dass wirtschaftliche Zusammenarbeit nur dann funktionieren könne, wenn sie sich an den Bedürfnissen der Partnerländer – und nicht allein an deutschen Interessen – orientiere.

Die NGOs forderten nicht nur eine Aufstockung des Budgets, sondern auch einen inklusiveren Ansatz in der Entwicklungspolitik. Stärkere Einbindung lokaler Akteure und klarere Strategien seien notwendig, um den wachsenden globalen Herausforderungen zu begegnen. Der Bericht unterstreicht, dass sowohl finanzielle Zusagen als auch strukturelle Reformen erforderlich sind.

Quelle