24 May 2026, 16:23

Niedersachsen setzt auf Tiefe Geothermie als Schlüssel für die Wärmewende

Diese Regionen eignen sich gut für geothermische Projekte

Niedersachsen setzt auf Tiefe Geothermie als Schlüssel für die Wärmewende

Tiefe Geothermie gewinnt in Niedersachsen als Schlüsselbaustein der erneuerbaren Energiewende an Fahrt. Die Region hat nun detaillierte Karten veröffentlicht, die bei der Suche nach den besten Standorten für die Gewinnung von Erdwärme aus großen Tiefen helfen sollen. Diese Ressourcen könnten schon bald eine zentrale Rolle bei der Wärmeversorgung von Haushalten und Betrieben in der gesamten Region spielen.

Der Niedersächsische Geothermiedienst (NGD), eine Abteilung des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), hat eine neue Kartenserie veröffentlicht, die vielversprechende Geothermie-Standorte ausweist. Fachleute werteten dafür Daten von über 1.100 Tiefenbohrungen aus, um die Leitfäden zu erstellen. Im Fokus stehen dabei Gesteinsschichten aus der Keuper-Ära, die zur Exter-Formation gehören, mehr als 200 Millionen Jahre alt sind und bis zu 2.600 Meter unter der Erdoberfläche liegen. In diesen Tiefen können Temperaturen von über 100 Grad Celsius herrschen.

Tiefengeothermische Systeme funktionieren, indem thermalwasserführende Sandsteinschichten über Bohrungen angezapft werden. Nach der Wärmeentnahme wird das abgekühlte Wasser zurück in den Untergrund geleitet. Die gewonnene Energie lässt sich in Fernwärmenetze einspeisen oder von großen Industrieverbrauchern nutzen. Die meisten der bereits in Deutschland betriebenen Geothermie-Anlagen fördern bereits aus Tiefen zwischen 2.000 und 3.500 Metern.

Das Interesse an Tiefer Geothermie wächst in Niedersachsen rasant – sowohl bei Kommunen und regionalen Energieversorgern als auch in energieintensiven Industriebranchen. Trotz des Potenzials haben hohe Bohrkosten und Explorationsrisiken die Entwicklung im Norden Deutschlands bisher gebremst. Die neuen Karten sollen nun Planungssicherheit schaffen, indem sie belastbare Daten zu geeigneten Standorten liefern.

Die Kartenserie steht der Öffentlichkeit kostenlos online zur Verfügung, weitere Informationen zur Geothermie bietet die LBEG-Website. Die neu veröffentlichten Karten geben ein präziseres Bild davon, wo in Niedersachsen Tiefe Geothermie besonders effizient genutzt werden könnte. Angesichts steigender Nachfrage und verbessertem Datenmaterial könnte die Technologie schon bald zu einem zentralen Element der erneuerbaren Energiestrategie der Region werden. Die Unterlagen sind frei zugänglich und bieten praktische Unterstützung für Planer und Unternehmen, die Geothermie-Projekte vorantreiben möchten.

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