NRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitale Ermittler gegen moderne Bedrohungen
Maximilian BrandtNRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitale Ermittler gegen moderne Bedrohungen
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen baut ihre Fähigkeiten zur digitalen Ermittlung massiv aus – mit einem Schwerpunkt auf Open Source Intelligence (OSINT). Im Rahmen der Initiative werden Beamte darin geschult, Daten aus öffentlich zugänglichen Quellen wie sozialen Medien zu sammeln und auszuwerten. Sowohl das Landeskriminalamt (LKA) als auch lokale Dienststellen erweitern ihre digitalen Kapazitäten, um mit modernen Bedrohungen Schritt zu halten.
Das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen (LKA) in Düsseldorf hat sein OSINT-Team von einst zwei Mitarbeitern zu einer vollwertigen Abteilung mit 16 Spezialisten ausgebaut. Zu dem Team gehören IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler, die sich auf die Aufklärung politisch motivierter Straftaten konzentrieren. Geleitet wird die Abteilung 22.2, die für OSINT-Ermittlungen in solchen Fällen zuständig ist, von Fabian Coenen.
Das Schulungsprogramm wird von Marc Restemeyer geleitet, einem 37-jährigen Ausbilder der Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss. Seine Kurse richten sich an neue LKA-Rekruten sowie Beamte aus sechs regionalen „Digitalstreifen“-Einheiten. Ein standardisierter Lehrplan stellt sicher, dass alle Teilnehmer effektiv und innerhalb der rechtlichen Grenzen arbeiten.
Eine der größten Einheiten befindet sich in Köln, wo Swen Schubert ein 18-köpfiges Team im Alter zwischen 25 und 52 Jahren führt. Das Projekt „Digitalstreife“, das im September 2024 an den Start ging, stockte das LKA um zehn Beamte auf und band fast 100 weitere in spezialisierte Staatsschutzeinheiten ein. Diese Teams bieten bei schnell eskalierenden politischen Ereignissen rasche OSINT-Unterstützung.
Die Ausweitung markiert einen deutlichen Wandel in der Herangehensweise der nordrhein-westfälischen Polizei an digitale Ermittlungen. Mit geschulten Spezialisten, die nun in mehreren Einheiten eingebunden sind, will die Behörde schneller auf Online-Bedrohungen reagieren. Gleichzeitig sorgt das Programm für einheitliche Methoden und rechtliche Absicherung bei den Ermittlungen.






