23 May 2026, 14:16

Polizeiskandal in Baccum: Beamter wegen sexueller Belästigung ermittelt – Direktorin verdächtigt

Deckte der Polizeichef für einen Kollegen?

Polizeiskandal in Baccum: Beamter wegen sexueller Belästigung ermittelt – Direktorin verdächtigt

Ein 37-jähriger Polizeibeamter des Polizeikommissariats Emsland/Grafschaft Bentheim steht unter Ermittlungen, weil er einer Frau bei einer privaten Boßel-Veranstaltung in Baccum angeblich sexuell belästigt haben soll. In den Fall verwickelt ist auch Polizeidirektorin Nicola Simon, der nun vorgeworfen wird, die Justiz behindert zu haben, indem sie den Beamten während des Vorfalls gedeckt haben soll.

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Der Vorfall ereignete sich während eines geselligen Beisammenseins, bei dem der Beamte nach der angeblichen Belästigung zunächst des Geländes verwiesen worden sein soll. Dennoch soll Simon – die selbst anwesend war – ihm die Rückkehr und die Fortsetzung der Feier ermöglicht haben. Ihr Verhalten hat nun disziplinarrechtliche Verfahren und eine vorläufige Dienstenthebung zur Folge.

Die Staatsanwaltschaft Osnabrück prüft mittlerweile beide Fälle. Dem Beamten drohen bei einer Verurteilung wegen sexueller Belästigung Geldstrafen oder bis zu zwei Jahre Haft. Simon hingegen könnte sich nach Paragraf 258a des Strafgesetzbuchs wegen des Verdachts der Strafvereitelung mit Strafen von sechs Monaten bis zu fünf Jahren sowie Geldbußen konfrontiert sehen.

Das Polizeikommissariat Emsland/Grafschaft Bentheim hat sich bisher nicht geäußert und verweist alle Anfragen an die Polizeidirektion Osnabrück. Der aktuelle Skandal reiht sich in frühere Vorfälle ein, darunter ein ehemaliger Hauptkommissar desselben Reviers, der in privaten Chats mit Kollegen rassistische und nationalsozialistisch verherrlichende Inhalte geteilt hatte.

Die Ermittlungen dauern an, Simon bleibt bis auf Weiteres von ihrem Amt suspendiert. Bei einer Verurteilung könnten sowohl der Beamte als auch die Direktorin mit erheblichen rechtlichen Konsequenzen rechnen. Der Fall wirft erneut Fragen zum Verhalten innerhalb des Kommissariats auf, das bereits zuvor wegen Fehlverdensvorwürfen in der Kritik stand.

Quelle