Priens Demokratie-Programm: SPD wirft Ministerin Alleingang und Respektlosigkeit vor
Finn BauerPriens Demokratie-Programm: SPD wirft Ministerin Alleingang und Respektlosigkeit vor
Das Bundesprogramm „Lebendige Demokratie“, das seit 2014 läuft, steht vor tiefgreifenden Veränderungen unter Familienministerin Karin Prien (CDU). Die Politikerin plant eine Umstrukturierung der Initiative, die Projekte gegen Extremismus, Rassismus und Antisemitismus fördert. Der Schritt hat Kritik der SPD ausgelöst, ihres Koalitionspartners.
Die Sozialdemokraten werfen Prien vor, sie bei der Überarbeitung der Förderrichtlinien auszugrenzen. Parteimitglieder behaupten, nicht ordnungsgemäß konsultiert worden zu sein, und vermuten, dass das Ministerium sie künftig nicht mehr ernsthaft einbinden will. Ihre Verärgerung wuchs, nachdem schriftliche und mündliche Anfragen an das Ministerium nur unvollständige oder ausweichende Antworten erhalten hatten.
Ein für den 12. Juni geplantes Treffen zur Erörterung der Änderungen wurde abgesagt und auf die letzte Juniwoche verschoben. Zudem beschloss das Ministerium, das Programm umzugestalten, noch bevor eine Evaluation der bestehenden Projekte abgeschlossen ist. Rund 200 Initiativen, von denen einige zuvor eine Fortführung der Förderung zugesichert bekommen hatten, könnten nun bis Jahresende ihre Mittel verlieren.
Priens geplante Reformen zielen darauf ab, die Unterstützung stärker auf Einrichtungen wie Schulen, Freiwillige Feuerwehren, Sportvereine und Bibliotheken zu verlagern. Die SPD bezeichnet das Vorgehen des Ministeriums als respektlos gegenüber dem Koalitionspartner.
Die Neugestaltung von „Lebendige Demokratie“ wird Schwerpunkte und Förderprioritäten grundlegend verändern. Viele laufende Projekte könnten trotz früherer Zusagen ihre Finanzierung verlieren. Die Vorbehalte der SPD verdeutlichen die Spannungen innerhalb der Koalition über die künftige Ausrichtung des Programms.






