04 May 2026, 08:18

Protest gegen geplantes Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele in Gefahr

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einem Gebäude mit Fenstern und Namensschildern auf dem Boden, umgeben von Flaschen und anderen Gegenständen, während sie an einer Klimawandel-Demonstration in Berlin teilnehmen, die von Bäumen und einem klaren blauen Himmel umgeben ist.

Protest gegen geplantes Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele in Gefahr

Ein Bündnis aus Umwelt- und Klimaschutzorganisationen hat sich gegen die Pläne für ein neues Gaskraftwerk in Mainz ausgesprochen. Die von den Kraftwerken Mainz-Wiesbaden (KMW) vorangetriebene Anlage soll auf der Ingelheimer Aue, einem Überschwemmungsgebiet, errichtet werden. Kritiker argumentieren, dass das Projekt die Klimaziele der Stadt untergräbt und auf veraltete Technologie setzt.

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Die Initiativen weisen darauf hin, dass Mainz bis 2035 klimaneutral werden will. Die geplanten Investitionen in Höhe von 44 Millionen Euro in die Gasinfrastruktur würden die Region ihrer Ansicht nach für Jahrzehnte an fossile Brennstoffe binden. Stattdessen fordern sie den Ausbau von Batteriespeichern als sauberere und kostengünstigere Alternative.

Die Batterietechnologie hat in den letzten Jahren rasante Fortschritte gemacht: Die Produktionskosten sind von etwa 1.300 Euro pro Kilowattstunde vor 15 Jahren auf nur noch 90 Euro heute gesunken. Im Gegensatz zu Gas, das ständig nachgeliefert werden muss, können Batterien jahrelang mit minimalem Wartungsaufwand betrieben werden. Zudem hält das Bündnis KMWs langfristige Pläne, das Kraftwerk später auf Wasserstoff umzustellen, für unrealistisch.

Ein weiteres zentrales Problem ist das Fehlen einer aktualisierten Umweltverträglichkeitsprüfung. Die letzte Bewertung datiert aus dem Jahr 2005, was Zweifel aufkommen lässt, ob die aktuellen ökologischen Risiken ausreichend berücksichtigt wurden. Zehn formelle Einsprüche wurden beim Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) eingereicht, woraufhin eine für den 7. Mai geplante Anhörung abgesagt wurde. Die Behörden anerkannten die Einwände als „hinreichend begründet und konkret“.

Das Projekt steht nun vor massivem Widerstand, wobei die Aufsichtsbehörden die Berechtigung der vorgebrachten Bedenken bestätigen. Sollte das Kraftwerk genehmigt werden, würde dies eine erhebliche finanzielle Verpflichtung für die Gasenergie bedeuten – zu einer Zeit, in der Alternativen wie Batteriespeicher zunehmend wettbewerbsfähig werden. Die endgültige Entscheidung wird zeigen, ob Mainz seinen Kurs in Richtung erneuerbare Energien fortsetzt oder weiterhin auf fossile Brennstoffe setzt.

Quelle