Protestwelle in Kreuzberg: Bündnis kämpft gegen rechtsextremes Portal Nius
Maximilian BrandtProtestwelle in Kreuzberg: Bündnis kämpft gegen rechtsextremes Portal Nius
Bündnis gegen das rechtsextreme Portal "Nius" startet Proteste in Kreuzberg
Am Samstagabend formierte sich in Kreuzberg ein Protestbündnis gegen die rechtsextreme Plattform Nius. Rund 250 Menschen füllten den Veranstaltungsort bis auf den letzten Platz, wobei die Organisator:innen zunächst mit möglichen Störungen rechneten. Ziel der Veranstaltung war es, dem zu begegnen, was Redner:innen als "Hetze unter dem Deckmantel des Journalismus" bezeichneten.
Schon am frühen Nachmittag hatten sich antifaschistische Aktivist:innen in der Nähe des Dragonerareal-Komplexes versammelt. Ihr Anliegen: die Informationsveranstaltung vor äußeren Einflüssen zu schützen – aus Sorge, dass Provokateur:innen, darunter möglicherweise Nius-Mitarbeiter:innen, auftauchen könnten. Die Plattform selbst hatte die Proteste zuvor aggressiv beworben, die Kampagne "Nein zu Nius" aber als "linksradikal und staatlich finanziert" abgetan.
Im Inneren des Saals kritisierten die Teilnehmer:innen Nius scharf für die Verbreitung von Klischees und die gezielte Diffamierung marginalisierter Gruppen. Die Plattform werde als "digitale Pranger" beschrieben, die Empörung instrumentalisiert und dies als Berichterstattung tarnt. Diskutiert wurden zudem Strategien, um sich gegen rechtsextreme Medien zu wehren und betroffene Organisationen zu unterstützen.
Hinter Nius steht der Multimillionär Frank Gotthardt, ein Mann mit engen Verbindungen zur CDU. Doch trotz dieser Rückendeckung kommt das Portal kaum vom Fleck: 2023 verfehlte es die Top 100 der deutschen Onlinenachrichten und verbuchte einen Verlust von 13 Millionen Euro. Trotz der begrenzten Reichweite kündigten die Protestierenden weitere Aktionen an – darunter eine Kundgebung vor dem Nius-Büro in der Ritterstraße in Kreuzberg.
Die Veranstaltung endete ohne Zwischenfälle und zog ein volles Haus an Gegner:innen des Nius-Medienmodells an. Die Organisator:innen blicken nun auf anhaltenden Widerstand voraus, mit weiteren Demonstrationen vor dem lokalen Hauptsitz der Plattform. Angesichts der finanziellen Probleme von Nius stellt sich jedoch die Frage, wie nachhaltig sein Einfluss auf lange Sicht sein wird.






