RAW-Gelände in Berlin: Kult-Clubs kämpfen gegen drohende Schließung durch Eigentümer
Jakob BraunRAW-Gelände in Berlin: Kult-Clubs kämpfen gegen drohende Schließung durch Eigentümer
Berlins kultige RAW-Fläche in Gefahr: Eigentümer drängt auf Umstrukturierung – Clubs droht die Schließung
Die legendäre RAW-Fläche in Berlin steht vor dem Aus, nachdem die familiengeführte Kurth-Gruppe, Besitzerin des Geländes, eine umfassende Neuentwicklung vorantreibt. Bekannte Clubs wie Crack Bellmer, Bar zum Schmutzigen Hobby und Cassiopeia müssen nun um ihre Existenz bangen, nachdem ihre Betriebserlaubnisse widerrufen wurden. Aktivist:innen und lokale Politiker:innen mobilisieren gegen die Pläne – für dieses Wochenende ist eine Protest-Rave geplant.
Der Konflikt eskalierte bereits Ende letzten Jahres, als Kurth sich weigerte, die kurzfristigen Mietverträge mehrerer Clubs und Veranstaltungsorte zu verlängern. Durch den Entzug der Genehmigungen machte das Unternehmen deren Betrieb rechtlich unmöglich und stellte die Betreiber:innen vor ein Dilemma: Viele können sich nicht öffentlich äußern, eingeklemmt zwischen den Forderungen des Eigentümers und den zähen Verhandlungen des Bezirks.
Kurth besitzt das RAW-Gelände seit 2015 und hatte zunächst einen Kompromiss vorgeschlagen: Das Unternehmen wollte das Areal mit Bürogebäuden und einem Hochhaus bebauen, dabei aber soziokulturelle Flächen für mindestens 30 Jahre garantieren. Doch es gibt Streit darüber, wie schnell aus diesem Entwurf ein verbindlicher Plan werden soll. Kurth beklagt Verzögerungen und hat sogar eine inoffizielle Frist bis Ende dieses Monats gesetzt – unter anderem für Lösungen in Brandschutz, Lärmschutz und Aufsichtsfragen.
Die Spannungen verschärfen sich weiter, da das Unternehmen nun auch Wohnungen auf dem Gelände errichten will – obwohl die Bezirksverordnetenversammlung von Friedrichshain-Kreuzberg ein solches Vorhaben explizit untersagt hat. Als Reaktion haben Aktivist:innen für Samstag eine Demonstrations-Rave organisiert, unterstützt von SPD, Grünen und Linken. Ihr Ziel: Die Behörden sollen zum Handeln gezwungen werden, um das kulturelle Erbe der RAW-Fläche zu bewahren.
Die Zukunft des RAW-Geländes bleibt ungewiss, während die Verhandlungen stocken. Ohne eine schnelle Einigung droht den Clubs die endgültige Schließung, während Kurths Umbaupläne das Gesicht des Viertels für immer verändern könnten. Entscheidend wird sein, ob Bezirk und Unternehmen bis Monatsende einen Kompromiss finden.






