Rekordbesuch beim Theaterfestival: 196.000 Gäste trotz polarisierender Inszenierungen
Maximilian BrandtRekordbesuch beim Theaterfestival: 196.000 Gäste trotz polarisierender Inszenierungen
In diesem Jahr lockte das Festival fast 196.000 Besucher:innen an und stellte damit einen neuen Besucherrekord auf. Milo Rau, der Festivalleiter, verwies auf den hohen Zuspruch – trotz rückläufiger Auslastung der Kapazitäten unter seiner Leitung.
Das Programm bot eine Mischung aus mutigen und polarisierenden Aufführungen. Ein Höhepunkt war Angélica Liddells Seppuku: Die Beerdigung Mishimas oder die Lust am Sterben. Florentina Holzingers Pfingstspiel sorgte mit einer gewagten Szene für Aufsehen, in der eine Performerin ein BMW-Motorrad auf der Bühne bändigte.
Andere Produktionen lösten starke Reaktionen aus. Nestervals Adaption des Nibelungenstoffs konnte nicht überzeugen. Susanne Kennedys Parsifal litt unter den überwältigenden Digital-Effekten von Markus Selg. Das tragische Schicksal der Sonata Nr. 2 wurde als trockener Vortrag statt als Bühnenstück kritisiert.
Einige Inszenierungen ernteten dagegen breite Anerkennung. Thorsten Lensings Tanzende Idioten feierte große Erfolge. Brigitta Muntendorfs Der Tag davor präsentierte ein kraftvolles Manifest gegen Gewalt. Gob Squads Turn begeisterte mit einer interaktiven Erkundung des Doppelgänger-Motivs. Auch Patti Smith gab während des Festivals Gastauftritte.
Milo Raus eigenes Stück Republik der Götter lief fünf Wochen lang. Er bezeichnete es als das „größte Theaterstück aller Zeiten“.
Das Festival verzeichnete also Rekordbesucherzahlen, gleichzeitig aber auch eine sinkende Kapazitätsauslastung. Die Aufführungen reichten von gefeierten Erfolgen bis zu bemerkenswerten Fehlschlägen. Die Veranstaltung zeigte ein breites Spektrum zwischen experimentellen und traditionellen Werken.






