Schiitische Kundgebung in Berlin löst Empörung wegen Kinder-Inszenierung aus
Jakob BraunSchiitische Kundgebung in Berlin löst Empörung wegen Kinder-Inszenierung aus
Eine schiitische religiöse Kundgebung in Berlin hat für Kontroversen gesorgt, nachdem Kinder bei der Nachstellung einer historischen Entführung eingesetzt wurden. Die Veranstaltung, die bei extremer Hitze stattfand, zog Kritik von Behörden und Gemeinschaftsgruppen auf sich – sowohl wegen ihres Inhalts als auch der Umstände.
Die Demonstration markierte ein schiitisches Fest und umfasste eine theatralische Szene, in der Kinder aneinandergebunden wurden und einem Mann in Gelb folgen mussten. Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) verurteilte den Einsatz der Kinder als „absolut inakzeptabel“ und bezeichnete es als untragbar, sie bei solchen Veranstaltungen zu instrumentalisieren.
Die Temperaturen stiegen auf bis zu 40°C, was Sorgen um das Wohl der Kinder auslöste. Die Veranstalter unterbrachen den Umzug, um den Teilnehmenden eine Pause und die Möglichkeit zur Flüssigkeitsaufnahme zu ermöglichen, und sagten eine geplante Zwischenkundgebung ab. Mehrere Personen mussten wegen hitzebedingter Beschwerden medizinisch versorgt werden.
Das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) stufte die Demonstration als islamistisch ein und behauptete, sie unterstütze Symbole des islamistischen Terrors. Trotz der Kritik verlief die Veranstaltung friedlich, und vor Ort eingesetzte Dolmetscher fanden keine strafrechtlich relevanten Inhalte. Die Polizei griff früh ein: Der Einsatzleiter verbot die Darstellung während eines Gesprächs mit den Organisatoren. Der Veranstalter brach daraufhin die Nachstellung mit den Kindern ab.
Die Kundgebung endete ohne größere Zwischenfälle, doch der Einsatz der Kinder bei der Inszenierung und die extreme Hitze lösten breite Besorgnis aus. Behörden und Gemeinschaftsgruppen prüfen weiterhin die Organisation der Veranstaltung sowie die Einhaltung von Sicherheits- und ethischen Standards.
