05 April 2026, 06:16

Sechs Jahre Tradition: Läuferin sammelt beim Berlin-Halbmarathon Spenden für Sea-Watch

Altes Buch mit einer detaillierten Karte von Berlin auf dem Cover, das Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt.

Sechs Jahre Tradition: Läuferin sammelt beim Berlin-Halbmarathon Spenden für Sea-Watch

Ein kalter Morgen an der Flughafenstraße bildete die Kulisse für den diesjährigen Berlin-Halbmarathon. Unter den Läufer:innen stieg eine besonders ins Auge – nicht nur wegen ihrer knallroten Jacke, sondern weil sie seit sechs Jahren zu diesem Rennen zurückkehrt. Ihr Engagement geht über persönliche Bestleistungen hinaus: Einmal mehr schnürte sie ihre Laufschuhe, um Spenden für Sea-Watch zu sammeln.

Für E. ist die Reise nach Berlin längst zur jährlichen Tradition geworden – eine Mischung aus Wettkampf und Wiedersehen. Freunde versammeln sich jedes Jahr, um sie anzufeuern, nennen sie den Star des Tages. Sie kochen für sie, lindern ihre Muskelkater und hören zu, wenn sie jeden Kilometer Revue passieren lässt.

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Diesmal, als sie sich in der dünnen roten Jacke – ein Geschenk einer Freundin – aufwärmte, lag Musik in der Luft. Von irgendwoher drang Björks Stimme, während von einem anderen Läufer Rosalías kämpferische Zeilen ertönten: "Mein Zorn ist ihr Zorn, ihre Liebe ist meine Liebe, ihr Blut ist mein Blut." Der Soundtrack passte perfekt zur Energie der Menge.

E.s Verbindung zum Marathon begann vor fünf Jahren, als sie eine zögerliche Freundin überredete, mit ihr anzutreten. Seitdem hat sie das Event zu einer Spendenaktion gemacht und Sea-Watch über Jahre unterstützt. Wie genau das Geld verwendet wird, bleibt unklar – doch ihr Einsatz lässt nicht nach.

Als das Startsignal näher rückte, traf ein weiterer Läufer an der Flughafenstraße ein, in den Ohren ein dramatischer Instrumental-Soundtrack. Die Szene war bereit – nicht nur für ein Rennen, sondern für ein weiteres Kapitel in E.s langjährigem Ritual aus Durchhaltevermögen und Freundschaft.

Zum sechsten Mal überquerte E. die Ziellinie, ihre Anstrengungen erneut Sea-Watch gewidmet. Nach dem Lauf umringten sie ihre Freunde, bereit mit Essen, Massagen und ihrem gewohnten Nach-Marathon-Programm. Für sie war der Tag nie nur Sport – es ging um die gemeinsamen Momente davor, währenddessen und lange danach.

Quelle