11 March 2026, 18:17

SPD Baden-Württemberg wählt Sascha Binder nach historischer Wahlniederlage zum neuen Fraktionschef

Ein Blatt Papier mit einer Zeichnung von verzweifelten roten Republikanern auf einem demokratischen Gridiron, mit fetter schwarzer Schrift, die die Dringlichkeit der Situation betont.

"Vermisster Kompass": Jusos fordern Binders Rücktritt - SPD Baden-Württemberg wählt Sascha Binder nach historischer Wahlniederlage zum neuen Fraktionschef

Die SPD in Baden-Württemberg hat nach einer historischen Wahlniederlage Sascha Binder zum neuen Fraktionsvorsitzenden gewählt. Bei der Landtagswahl 2026 erreichte die Partei mit nur 5,5 Prozent der Stimmen ihr schlechtestes Ergebnis in der Geschichte des Landes. Binder, der seit 2011 Abgeordneter ist, wurde am Dienstag einstimmig gewählt und löst damit Andreas Stoch in dieser Funktion ab.

Durch das Wahlergebnis verbleiben der SPD in dem 157 Sitze zählenden Parlament nur noch zehn Mandate – knapp über der Fünf-Prozent-Hürde. Die Grünen wurden mit 30,2 Prozent (56 Sitze) stärkste Kraft, knapp vor der CDU mit 29,7 Prozent (ebenfalls 56 Sitze), während die AfD mit 18,8 Prozent (35 Sitze) größte Oppositionspartei wurde. Sowohl die FDP als auch Die Linke verfehlten den Einzug in den Landtag.

Zwei Tage nach der Wahl hatte Binder zunächst angekündigt, sich aus inneren Parteiämtern zurückzuziehen. Doch bereits am Dienstag revidierte er diese Entscheidung und sicherte sich die Führungsposition ohne Gegenkandidatur.

Die SPD-Jugendorganisation Jusos übt scharfe Kritik an Binders Wahl. Sie machen ihn für den dramatischen Stimmenverlust der Partei mitverantwortlich und fordern seinen Rücktritt. Ihr Vorschlag eines "Übergangsmodells" in der Führung wurde von Binder abgelehnt. Die Jusos verlangen zudem strukturelle Reformen, darunter eine Mindestquote von 50 Prozent Frauen in den SPD-Spitzenämtern.

Darüber hinaus erinnern die Jusos an Binders frühere Kritik an der SPD-Co-Vorsitzenden Saskia Esken nach der Bundestagswahl 2025. Sie argumentieren, seine Führung untergrabe die Glaubwürdigkeit der Partei und verhindere einen Neuanfang.

Binder steht nun an der Spitze einer deutlich geschrumpften SPD-Fraktion im Landtag. Die Jusos bleiben derweil reformorientiert und pochen auf strukturelle Veränderungen sowie mehr Geschlechtergerechtigkeit in den Führungspositionen. Seine Wahl fällt in eine Phase, in der die SPD in Baden-Württemberg historisch schwach dasteht.

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