SPD fordert Pharmakonzerne zu faireren Medikamentenpreisen in der Gesundheitsreform auf
Finn BauerSPD fordert Pharmakonzerne zu faireren Medikamentenpreisen in der Gesundheitsreform auf
SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat die Pharmakonzerne aufgefordert, sich stärker an den Kosten der bevorstehenden Gesundheitsreform in Deutschland zu beteiligen. Er kritisierte, dass der aktuelle Entwurf die Beitragszahler übermäßig belaste, die bereits hohe Abgaben leisteten. Seine Äußerungen fallen in eine Phase verschärfter Debatten darüber, wie die steigenden Gesundheitskosten gerecht verteilt werden können.
Als zentrales Einsparpotenzial nannte Klüssendorf die Arzneimittelpreise. Deutschland gebe pro Kopf mehr für Medikamente aus als jedes andere europäische Land, betonte er. Die Hersteller müssten sich stärker beteiligen und schärfere Vorgaben bei der Preisgestaltung akzeptieren.
Der SPD-Politiker lehnte zudem Pläne ab, die Zuzahlungen der Patienten zu erhöhen oder Leistungen zu kürzen. Solche Maßnahmen würden diejenigen unverhältnismäßig treffen, die das System bereits mittrügen, warnte er. Eine Finanzierung über höhere Beiträge oder Patientenzuzahlungen sei keine akzeptable Lösung.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) signalisierte zwar Bereitschaft, das Sparpaket nachzubessern, betonte jedoch, dass die geplanten Gesamteinsparungen nicht angetastet werden dürften. Klüssendorfs Forderung nach strengeren Preisregulierungen für Medikamente erhöht nun den Druck auf die laufenden Verhandlungen.
Die Zukunft der Reform hängt davon ab, wie die Kostensenkungen zwischen Patienten und Pharmaindustrie verteilt werden. Klüssendorfs Appell für fairere Arzneimittelpreise könnte den endgültigen Entwurf maßgeblich prägen. Warkens Offenheit für Nachbesserungen deutet darauf hin, dass die Diskussionen noch nicht abgeschlossen sind.






