Modepuppe Steffi: Die Barbie des Sozialismus wird 60 - Steffi: Wie die DDR-Puppe zum Kultursymbol der 1960er wurde
1966 brachte die DDR Steffi auf den Markt – eine Modepuppe, die speziell für Jugendliche entworfen wurde. Als sozialistisches Pendant zu Barbie und der westdeutschen Petra avancierte sie schnell zum Kultursymbol. Ihre Entstehung spiegelte sowohl die Ideale des Sozialismus als auch die Modetrends der Zeit wider.
Hergestellt wurde Steffi in der VEB Puppenfabrik Biggi, einem staatlichen Betrieb in Waltershausen, Thüringen. Die Designerin Margot Schmied benannte die Puppe nach ihrer eigenen Tochter. Die Produktion lief von 1956 bis 1978, wobei Steffi sieben Jahre nach Barbie offiziell eingeführt wurde.
Ihr Aussehen fiel durch eine kräftigere, sanduhrförmige Silhouette und eine hohe Stirn auf. Der Stil der 1960er-Jahre prägte ihr Erscheinungsbild: dicker Eyeliner, türkisfarbener Lidschatten und eine üppige Hochsteckfrisur. Im Gegensatz zu Barbie gab es Steffi von Anfang an in verschiedenen Hauttönen – ein frühes Zeichen für mehr Vielfalt.
Ihr Kleiderschrank umfasste rund 120 Berufs- und Alltagskleidungen, von Uniformen der Volkspolizei bis hin zu FDJ-Pionierkleidung. Die Outfits spiegelten die GDR-Gesellschaft und staatliche Propaganda wider. Zwar war ihre Garderobe stilvoll, aber nicht so umfangreich wie die von Barbie, und ein männliches Pendant wie Ken fehlte.
Als diplomatisches Geschenk exportiert, half Steffi der DDR zudem, Devisen zu erwirtschaften. Heute zahlen Sammler je nach Zustand und Ausstattung zwischen 20 und 200 Euro für Originalpuppen.
Steffi bleibt ein nostalgisches Symbol der ostdeutschen Kultur. Mit ihren vielfältigen Outfits und dem fortschrittlichen Design hob sie sich von westlichen Puppen ab – und ist heute ein begehrtes Sammlerstück der DDR-Geschichte.