Strompreise fallen ins Minus – doch Ökostrom-Überschuss wird zum Problem
Paul MeyerStrompreise fallen ins Minus – doch Ökostrom-Überschuss wird zum Problem
Strompreise in Deutschland sinken – doch Überangebot an Ökostrom treibt sie teils ins Minus
Die Strompreise in Deutschland gehen zurück, unter anderem wegen eines Überangebots an günstigem Ökostrom. Teilweise hat dieser Überschuss die Preise sogar in den negativen Bereich gedrückt. Nun hat sich Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, zu dem Problem geäußert und Maßnahmen gefordert, um den Markt zu stabilisieren.
Negative Strompreise entstehen, wenn das Angebot die Nachfrage übersteigt. Der Ausbau erneuerbarer Energien, die oft zu minimalen Kosten Strom erzeugen, hat dieses Ungleichgewicht verstärkt. Müller schloss regulatorische Eingriffe zur Lösung des Problems nicht aus.
Als mögliche Lösungen nannte er den Ausbau von Speicherkapazitäten, um überschüssige Energie aufzunehmen. Eine weitere Option wäre der schrittweise Verzicht auf feste Einspeisevergütungen zugunsten eines direkten Verkaufs von Ökostrom an der Börse. Dadurch ließe sich das Angebot besser an die Nachfrage anpassen.
Gleichzeitig warnte Müller vor steigenden Gaspreisen. Zwar profitieren die meisten Haushalte noch von zwölftmonatigen Preisgarantien, doch künftige Verträge könnten teurer werden. Allerdings dürften die Erhöhungen voraussichtlich nicht an die drastischen Preissprünge nach Russlands Angriff auf die Ukraine heranreichen. Sollte sich die Marklage weiter verschärfen, schließt die Behörde jedoch weitere Belastungen für Verbraucher nicht aus.
Die Bundesnetzagentur prüft nun Schritte, um negative Strompreise zu vermeiden – etwa durch bessere Speichermöglichkeiten und Marktreformen. Bei den Gasrechnungen könnte es zwar noch zu Anstiegen kommen, doch nicht in dem Ausmaß wie während früherer Krisen. Verbraucher wurden aufgefordert, sparsam mit Gas umzugehen, während sich die Situation weiterentwickelt.






