10 June 2026, 22:17

Stuttgart 21: Fertigstellung erst 2031 – und die Kosten explodieren weiter

Deutschlands Schienen-Flaggschiff-Projekt verzögert sich bis 2031, nachdem über 1.000 km Kabel falsch verlegt wurden

Stuttgart 21: Fertigstellung erst 2031 – und die Kosten explodieren weiter

Stuttgart 21: Deutschlands problematisches Bahnprojekt steht vor weiterer großer Verzögerung

Die vollständige Inbetriebnahme von Stuttgart 21 verschiebt sich nun auf das Jahr 2031 – zwölf Jahre später als ursprünglich geplant und fünf Jahre hinter dem letzten Zeitplan. Die Kosten haben bereits die Marke von 11 Milliarden Euro überschritten und lösen damit landesweite Kritik aus.

Der jüngste Rückschlag ist auf multiple technische Pannen zurückzuführen. Über 1.000 Kilometer Kabel und Leitungen wurden fehlerhaft verlegt und müssen nun ausgetauscht werden. Mängel bei der Notstromversorgung sowie Defekte an Bahnsteigen und Bodenbelägen machten die für 2026 vorgesehene Teilinbetriebnahme unmöglich.

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Hinzu kommen Probleme durch verfrüht verlegte Kabel. Die Installationsarbeiten begannen, noch bevor die technische Endplanung für das neue digitale Stellwerkssystem abgeschlossen war. Dadurch muss das Projekt nun in einigen Bereichen auf konventionelle Signale zurückgreifen, um Güterzüge ohne die moderne ETCS-Technologie zu berücksichtigen. Allein die Nachrüstung von 450 neuen Signalen wird voraussichtlich 45 Millionen Euro kosten.

Die politische Verärgerung wächst. Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir bezeichnete Stuttgart 21 als „nationalen Witz“ und forderte von der Deutschen Bahn klare Antworten. Verkehrsminister Winfried Kretschmann und lokale Verantwortliche nannten die Verzögerung „inakzeptabel“ und bestanden auf vollständige Transparenz. Der Bund der Steuerzahler warnte, das Projekt stehe exemplarisch für unkontrolliertes Missmanagement, bei dem Milliarden verschwendet würden.

Durch die wiederholten Verzögerungen und explodierenden Kosten ist Stuttgart 21 längst zur nationalen Peinlichkeit geworden. Der Fertigstellungstermin 2031 spiegelt die anhaltenden technischen und finanziellen Herausforderungen wider. Die Deutsche Bahn steht zunehmend unter Druck, zuverlässige Lösungen und transparente Informationen zu liefern.

Quelle