Stuttgart bekommt ein moderneres Schienennetz – doch die Bauarbeiten werden zum Geduldsspiel

Admin User
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Ein Zug fährt auf den Schienen neben einer Plattform mit einem am Dach befestigten Mast, der Metallstangen mit Lampen trägt.

Stuttgart bekommt ein moderneres Schienennetz – doch die Bauarbeiten werden zum Geduldsspiel

Deutsche Bahn und Baden-Württemberg treiben Ausbau des Stuttgarter Schienennetzes voran

Die Deutsche Bahn und das Land Baden-Württemberg bringen die umfangreichen Modernisierungspläne für das Stuttgarter Schienennetz entscheidend voran. Bei einem jüngsten Gipfeltreffen erörterten Verantwortliche Maßnahmen, um die Zuverlässigkeit und Kapazität des Netzes zu steigern – insbesondere durch das Projekt Digitaler Knoten Stuttgart. Gleichzeitig wird die Bautätigkeit in den kommenden Monaten deutlich zunehmen, da die Arbeiten am Großprojekt Stuttgart 21 im nächsten Jahr an Fahrt aufnehmen.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann und DB-Vorstandsvorsitzender Richard Lutz trafen sich, um die anhaltenden Herausforderungen im südwestdeutschen Schienennetz zu besprechen. Im Mittelpunkt standen die Verbesserung der Pünktlichkeit und der Servicequalität, wobei beide Seiten die Notwendigkeit einer engeren Abstimmung betonten. Die Infrastrukturtochter der Deutschen Bahn sagte zu, künftig frühzeitiger über Gleissperrungen und Betriebsstörungen zu informieren.

Das Projekt Digitaler Knoten Stuttgart, das sich derzeit in der dritten Phase befindet, zielt darauf ab, das S-Bahn-Netz durch höhere Kapazitäten und weniger Verspätungen zu modernisieren. Die Finanzierung dieser Etappe soll in Kürze gesichert werden. Parallel dazu prüft eine Arbeitsgruppe, wie der anstehende Bauboom bewältigt werden kann, ohne dass Fahrgäste übermäßig belastet werden.

Ab dem nächsten Jahr wird sich die Zahl der Baustellen für Stuttgart 21 verdoppeln, da die Vorbereitungen für den neuen Hauptbahnhof in die heiße Phase treten. Allerdings blieb die Frage nach einem konkreten Eröffnungstermin des Bahnhofs beim Gipfel ungeklärt – ebenso gab es keine neuen Angaben zu möglichen Verzögerungen oder einer schrittweisen Inbetriebnahme. Stattdessen läuft die Planung weiter darauf hinaus, bis Mitte 2026 einen realistischen Startzeitpunkt festzulegen, ohne überstürzte Entscheidungen zu treffen.

Neben den digitalen Aufrüstungen investiert das Land in die Modernisierung der Bahnhöfe, darunter barrierefreie Zugänge, überdachte Wartebereiche und sichere Fahrradabstellplätze. Diese Maßnahmen erfolgen vor dem Hintergrund, dass Deutsche Bahn und Land die Auswirkungen der zunehmenden Bauaktivitäten steuern müssen – ein Schritt, den beide Seiten als notwendig für ein effizienteres Netz bezeichnen.

Der Weg zu einem zuverlässigeren Schienennetz in Stuttgart umfasst sowohl digitale Innovationen als auch den Ausbau der Infrastruktur. Mit der anstehenden Intensivierung der Bauarbeiten und der gesicherten Finanzierung der nächsten Phase des Digitalen Knotens gilt es nun, Fortschritt und Fahrgastfreundlichkeit in Einklang zu bringen. Die Weichenstellungen von heute werden den Bahnverkehr in der Region noch über Jahre prägen.