Tübingens Kampf gegen verfallene Telefonzellen der Telekom eskaliert
Defekte Telefonzellen: Tübingen will von der Deutschen Telekom Geld - Tübingens Kampf gegen verfallene Telefonzellen der Telekom eskaliert
Deutschlands letzte 12.000 öffentlichen Telefonzellen wurden von der Deutschen Telekom im Januar 2023 abgeschaltet. Doch mehr als drei Jahre später stehen viele der alten Kabinen noch immer leer und verfallen in ganz Deutschland. Städte wie Tübingen drängen nun auf ihren Abriss und bezeichnen sie als störende Hässlichkeit im Straßenbild.
Ursprünglich hatte die Deutsche Telekom geplant, alle stillgelegten Telefonzellen bis Ende 2025 zu entfernen. Doch Verzögerungen bei der Genehmigung durch lokale Behörden haben den Prozess ausgebremst. Bis Februar 2026 waren etwa 8.500 Kabinen abgebaut worden – genaue Zahlen bleiben jedoch unklar, da die Telekom keine offiziellen Angaben veröffentlicht hat.
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer kritisierte die verbleibenden Zellen als "Schandfleck", der das Stadtbild verschandelt. Allein in der historischen Altstadt stehen noch sechs der 13 funktionslosen Kabinen, die über die ganze Stadt verteilt sind. Angesichts der Untätigkeit droht der Rathauschef nun damit, der Telekom die Kosten für die weiteren stehengelassenen Bauten in Rechnung zu stellen.
Der Abbau schreitet nur langsam voran, wobei die Telekom bürokratische Hürden als Hauptgrund für die Verzögerungen nennt. Viele Kommunen verlangen für jede einzelne Demontage gesonderte Genehmigungen, was die Zeitpläne weit über die ursprünglichen Erwartungen hinaus verlängert.
Tausende alte Telefonzellen sind zwar bereits verschwunden, doch Hunderte stehen noch immer in Städten bundesweit. Tübingens Androhung, die Telekom zu belasten, unterstreicht die wachsende Ungeduld der lokalen Behörden. Ohne schnellere Genehmigungen könnten die letzten Relikte des deutschen Münzfernsprecher-Zeitalters noch länger erhalten bleiben.
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