Vatikan blockiert Laienpredigten – Frauenverbände protestieren gegen kirchliche Ausgrenzung
Jakob BraunVatikan blockiert Laienpredigten – Frauenverbände protestieren gegen kirchliche Ausgrenzung
Der Vatikan hat einen Vorschlag der deutschen Bischofskonferenz abgelehnt, der Laien das Predigen während der Messe ermöglichen sollte. Die Entscheidung löste Kritik bei Laienverbänden in Deutschland aus, die darin eine weitere Ausgrenzung von Frauen aus zentralen Ämtern der Kirche sehen.
Die Deutsche Bischofskonferenz hatte beantragt, qualifizierten Laien die Erteilung der Predigt an Sonn- und Feiertagen zu gestatten, sofern pastorale Notwendigkeiten dies erfordern. Kardinal Arthur Roche, Präfekt des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, lehnte den Antrag ab und berief sich dabei auf den Codex des Kanonischen Rechts sowie die Instruktion Redemptionis Sacramentum von 2004. Beide Dokumente besagen, dass die Predigt Teil der Liturgie ist und ausschließlich Priestern oder Diakonen vorbehalten bleibt.
Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDF) verurteilte die Entscheidung als weiteren Beleg für die anhaltende Benachteiligung von Frauen bei wichtigen kirchlichen Diensten. Irme Stetter-Karp, Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), kündigte an, das Thema weiterhin mit den deutschen Bischöfen voranzutreiben. Papst Franziskus hatte den Synodalen Weg zuvor kritisiert und gewarnt, dieser werde von Ideologie statt vom Glauben geleitet.
Mit der Ablehnung des Vatikan bleibt die Predigt während der Messe weiterhin dem geweihten Klerus vorbehalten. Deutsche Laienverbände haben angekündigt, ihren Einsatz für eine stärkere Beteiligung an liturgischen Aufgaben fortzusetzen. Die Entscheidung bestätigt die bestehende kirchliche Rechtslage zur Predigt im Gottesdienst.
