VdK-Präsidentin Bentele zerpflückt Merz' Renten- und Gesundheitsreformen als "zynisch"
Jakob BraunVdK-Präsidentin Bentele zerpflückt Merz' Renten- und Gesundheitsreformen als "zynisch"
Der Sozialverband Deutschland (VdK) hat die geplanten Reformen bei Renten und Gesundheitsversorgung scharf kritisiert. Bundeskanzler Friedrich Merz' Vorhaben, die gesetzliche Rente zu kürzen, bezeichnete VdK-Präsidentin Verena Bentele als "zynisch und realitätsfremd". Gleichzeitig warnte sie, dass die Änderungen immer mehr Menschen in Altersarmut treiben würden.
Bentele argumentierte, dass eine Kürzung der gesetzlichen Rente die Hinterbliebenenrente sowie den Schutz für Menschen mit verminderter Erwerbsfähigkeit schwächen würde. Sie betonte, dass 38 Prozent der Beschäftigten sich keine private Altersvorsorge leisten könnten und damit besonders gefährdet seien. Die VdK-Präsidentin verurteilte zudem Pläne, die gesetzliche Rente in ein grundsicherndes Mindesteinkommen umzuwandeln – dies würde vor allem Gering- und Mittelverdiener hart treffen.
Der Gesetzentwurf des Gesundheitsministeriums, der auf Fachempfehlungen basiert, soll am Mittwoch im Kabinett beraten werden. Doch Bentele übt massive Kritik an zentralen Punkten des Vorhabens, darunter die Abschaffung der beitragsfreien Familienversicherung für Angehörige. Auch lehnt sie die Pläne von Gesundheitsministerin Nina Warken ab, das Krankengeld zu kürzen, und warnt, dass dies Menschen mit chronischen Erkrankungen und geringem Einkommen unzumutbar belasten würde.
Bentele forderte, dass Besserverdiener stärker in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlen müssten. Zudem verlangte sie, dass der Bund die nicht gedeckten Gesundheitskosten für Bürgergeld-Empfänger übernimmt.
Die Kritik des VdK kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Regierung über weitreichende Sozialreformen diskutiert. Sollten die Pläne verabschiedet werden, würden sie die Finanzierung von Renten und Gesundheitsversorgung grundlegend verändern. Benteles Warnungen zielen darauf ab, dass die Reformen vor allem benachteiligte Gruppen in finanzielle Not bringen würden.






