18 March 2026, 06:17

Vom Kitsch zur Kultur: Wie Schnurrbärte Hollywood und Gesellschaft prägen

Schwarzes und weißes Foto einer Gruppe von bärtigen Männern mit verschiedenen Gesichtsausdrücken, begleitet von Text.

Ist der Schnurrbart jetzt in Mode oder nicht? - Vom Kitsch zur Kultur: Wie Schnurrbärte Hollywood und Gesellschaft prägen

Barttrends haben sich im Laufe der Jahrzehnte dramatisch gewandelt – von auffälligen Statements bis hin zu dezenten Stilen. Bei der diesjährigen Oscarverleihung standen Schnurrbärte und Bärte im Mittelpunkt, wobei Stars wie Leonardo DiCaprio und Timothée Chalamet für Schlagzeilen sorgten. Die Rückkehr des Schnurrbarts spiegelte dabei tiefgreifendere kulturelle Veränderungen seit den frühen 2000er-Jahren wider: vom ironischen Accessoire hin zu Aktivismus und sogar politischer Symbolik.

Die 1980er-Jahre markierten den Höhepunkt des Chevron-Schnurrbarts, eines dichten, geraden Stils, der eine ganze Generation von Männlichkeit prägte. Doch mit den 2000er-Jahren änderte sich die Einstellung. Movember, 2003 in Australien ins Leben gerufen, machte den Schnurrbart zum Zeichen der Wohltätigkeit und sensibilisierte für Männergesundheit. Zur gleichen Zeit belebte die Hipster-Kultur der 2010er-Jahre retro-inspirierten Gesichtsbehaarung als ironisches Modestatement wieder.

Seither hat der Schnurrbart neue Bedeutungen erhalten. Politisch wurde er mit Extremismus in Verbindung gebracht, nachdem sich ab 2016 einige rechtsextreme Persönlichkeiten diesen Look zu eigen machten. Für andere bleibt er jedoch eine Form des Protests oder der Solidarität. Bei den Oscars 2026 wurde DiCaprios Schnurrbart zu einem der meistdiskutierten Looks, während Timothée Chalamet sich für einen zarten Bleistiftschnurrbart entschied. Michael B. Jordan trug dagegen einen Ankerbart, und Ewan McGregor präsentierte sich mit einem akkurat gestutzten Vollbart.

Jenseits des roten Teppichs hat sich der Trend ausgebreitet. Popstars wie Benson Boone haben in den letzten Jahren Schnurrbärte salonfähig gemacht und so zu ihrer Beliebtheit beigetragen. Selbst das Fehlen von Bartwuchs kann Gesprächsstoff liefern – Pedro Pascals glatt rasiertes Erscheinungsbild überraschte Fans und zeigt, wie viel Aufmerksamkeit Pflegeentscheidungen mittlerweile erhalten. Harry Styles, bekannt für seinen Wechsel zwischen glatt rasiert und struppig, nutzt Gesichtsbehaarung weiterhin als Form der Selbstexpression. Ethan Hawkes Henri quatre, ein Ziegenbärtchen, das den Mund rahlt, fügt den sich wandelnden Stilen eine weitere Facette hinzu.

Die Renaissance des Schnurrbarts in den letzten Jahren zeigt keine Anzeichen einer Verlangsamung. War er einst mit 1970er-Jahre-Kitsch oder 1980er-Machismo verbunden, trägt er heute vielfältige Bedeutungen – von Wohltätigkeit über Politik bis hin zur persönlichen Identität. Während Stars mit unterschiedlichen Looks experimentieren, bleibt Gesichtsbehaarung ein sichtbares Zeichen für kulturelle Verschiebungen – in Hollywood und darüber hinaus.

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