05 June 2026, 18:42

Von 400 Exemplaren zu Brandanschlägen: Die polarisierende Geschichte der Jungen Freiheit

Unangenehme Fragen an Dieter Stein, Chef von JUNGEN FREIHEIT

Von 400 Exemplaren zu Brandanschlägen: Die polarisierende Geschichte der Jungen Freiheit

1986 gründete der damals 18-jährige Dieter Stein die Junge Freiheit (JF) mit einer Startauflage von nur 400 Exemplaren. Die Anfangszeit der Zeitung war von finanziellen Nöten geprägt – die Mitwirkenden mussten die Druckkosten oft selbst tragen. Doch mit der Zeit entwickelte sich das Blatt zu einer Publikation, die Proteste, Überwachung und sogar gewalttätige Angriffe provozierte.

Die ersten Ausgaben der JF waren bescheiden. Stein transportierte sie in einer Pappkiste auf dem Fahrrad mit nach Hause. Gewinne gab es nicht, und alle Beteiligten mussten sich finanziell beteiligen, um das Projekt am Laufen zu halten.

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Bis 1993 war die Zeitung jedoch so gewachsen, dass sie auf Widerstand stieß. In jenem Jahr demonstrierten rund 2.000 Menschen in Berlin gegen die JF. Ein Jahr später verursachte ein Brandanschlag auf die Druckerei einen Schaden von 1,5 Millionen D-Mark. 1995 wurde schließlich Steins Auto vor der Redaktion in Brand gesteckt.

Auch die Behörden beobachteten die Zeitung mit Skepsis. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) überwachte die JF wegen des Verdachts auf Extremismus. Manche Leser glaubten sogar, sie würden allein wegen des Abonnements abgehört. Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2005 bestätigte später, dass solche Geheimdienstberichte grundlegende Rechte verletzen können.

Trotz aller Widerstände verlegte Stein den Sitz der Zeitung von Freiburg nach Berlin – noch vor dem Umzug der Regierung in die wiedervereinte Hauptstadt. Diese Entscheidung spiegelte den wachsenden Einfluss der JF wider – und die Kontroversen, die sie begleiteten.

Von bescheidenen Anfängen bis hin zu Protesten und staatlicher Beobachtung blieb die Junge Freiheit eine polarisierende Kraft. Ihre Geschichte umfasst finanzielle Not, gewaltsame Angriffe und juristische Debatten über Pressefreiheit. Bis heute prägt sie die Diskussionen über Medien, Extremismus und Bürgerrechte in Deutschland.

Quelle