Warnstreiks legen Nahverkehr in Deutschland lahm – 80 Prozent Ausfälle im Nordosten
Arbeitgeber: 35-Stunden-Woche nicht finanzierbar - Warnstreiks legen Nahverkehr in Deutschland lahm – 80 Prozent Ausfälle im Nordosten
Am 2. Februar 2026 kam es in Deutschland zu massiven Behinderungen im öffentlichen Nahverkehr, nachdem die Gewerkschaft Verdi zu Warnstreiks aufgerufen hatte. Rund 100.000 Beschäftigte in 150 kommunalen Verkehrsbetrieben legten die Arbeit nieder, sodass Busse und Straßenbahnen stillstanden. Allein in Mecklenburg-Vorpommern beteiligten sich etwa 2.800 Mitarbeiter an den Ausständen, was den Betrieb weitgehend zum Erliegen brachte.
Besonders hart traf es den Nordosten Deutschlands: Rund 80 Prozent des öffentlichen Verkehrs fielen für den Tag aus. Arbeitgeber in der Region machten die Bundesführung von Verdi für die Eskalation verantwortlich und betonten, dass lokale Verhandlungen nicht der Auslöser gewesen seien. Carola Freier, Geschäftsführerin des Kommunalen Arbeitgeberverbands (KAV), erklärte, die Forderung der Gewerkschaft – eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich – entspreche einer effektiven Lohnerhöhung von 11 Prozent, was für die Arbeitgeber nicht tragbar sei.
Der Konflikt ist Teil der bundesweiten Tarifverhandlungen für Beschäftigte im Verkehrssektor, wobei Niedersachsen aufgrund einer Friedenspflicht ausgenommen ist. Eine dritte Verhandlungsrunde für Mecklenburg-Vorpommern ist für den 16. Februar in Rostock angesetzt. Die Arbeitgeber haben Verdi-Forderungen bereits abgelehnt, sodass vor dem nächsten Treffen kaum Spielraum für Kompromisse bleibt.
Die Warnstreiks ließen Pendler im Stich und führten zu drastischen Einschränkungen im Verkehrsangebot. Da keine Einigung in Sicht ist, drohen bei einem Scheitern der Gespräche am 16. Februar weitere Ausstände. Die Arbeitgeber zeigen sich unnachgiebig – die Weichen für einen längeren Arbeitskampf scheinen gestellt.
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