Wim Wenders zieht Falsche Bewegung nach Nastassja-Kinski-Kritik zurück – doch die Debatte bleibt
Finn BauerWim Wenders zieht Falsche Bewegung nach Nastassja-Kinski-Kritik zurück – doch die Debatte bleibt
Eine kürzliche Vorführung von Falsche Bewegung in Frankfurt hat die Debatte über Kinderdarsteller und umstrittene Szenen neu entfacht. Der Film, Teil einer Wim-Wenders-Retrospektive, zeigt Nastassja Kinski in einer halb nackten Szene im Alter von 13 Jahren. Ihre langjährigen Einwände gegen diese Aufnahme erhalten nun größere Aufmerksamkeit.
Die Aufführung im März im Frankfurter Filmmuseum rückte das problematische Erbe des Films erneut in den Fokus. Kinski hatte jahrelang darauf gedrängt, die Szene entfernen zu lassen, doch erst als Wenders ihre Bitte öffentlich ablehnte, gewann ihre Initiative an Fahrt. Die anschließende Diskussion war lebhaft, mit unterschiedlichen Meinungen darüber, wie mit solchen Inhalten umgegangen werden sollte.
Wenders entschuldigte sich später bei Kinski und zog den Film aus dem Verkehr. Doch die zentralen Fragen – ob solche Werke bearbeitet oder im Original erhalten bleiben sollten – sind weiterhin unbeantwortet. Manche plädieren dafür, Filme an heutige Maßstäbe anzupassen, andere betonen die Bedeutung künstlerischer Integrität.
Kinskis Haltung hat die Diskussion über frühere Skandale mit jungen Schauspielern verändert. Auch andere Stars wie Jodie Foster, Brooke Shields, Natalie Portman, Dakota Fanning und Kirsten Dunst haben ihre Erfahrungen geteilt. Foster, die mit zwölf Jahren in Taxi Driver mitspielte, spricht heute mit Humor über ihre Rolle – ein Kontrast zu Kinskis ernsterer Haltung. Shields, die in Pretty Baby eine Kinderprostituierte spielte, gab zu, dass es ihr schwerfalle, ihre Mitwirkung in einem einst als „unmoralisch“ gebrandmarkten Film zu rechtfertigen.
Forderungen, problematische Szenen zu kennzeichnen oder einzuordnen, gelten als vorübergehende Lösung. Viele sind der Meinung, dass ein tieferes Verständnis dafür nötig ist, warum solche Darstellungen problematisch sind. Die Debatte geht weiter – eine klare Lösung ist nicht in Sicht.






