18 April 2026, 14:21

Zehntausende protestieren in Hamburg gegen sexualisierte Gewalt und fordern Schutz für Betroffene

Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße und hält ein "Solidarität und Feminismus"-Schild, mit parkenden Fahrzeugen, Gebäuden, einer Schüsselantenne und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Zehntausende protestieren in Hamburg gegen sexualisierte Gewalt und fordern Schutz für Betroffene

Zehntausende demonstrieren in Hamburg gegen sexualisierte Gewalt

Bei einer Großdemonstration gegen sexualisierte Gewalt in Hamburg gingen am vergangenen Wochenende Zehntausende auf die Straße. Die Rednerin Fernandes rang sichtlich um Fassung, als sie mit brüchiger Stimme beschrieb, welche Ängste viele Betroffene plagten, wenn sie sich öffentlich äußerten. Sie betonte, wie Täter oft straffrei blieben und die Opfer damit allein ließen. Nachdem Fernandes ihre Vorwürfe öffentlich gemacht hatte, erhielt sie Todesdrohungen – seither trägt sie eine schusssichere Weste und musste bei der Kundgebung unter Polizeischutz auftreten.

Auch andere Frauen auf der Demonstration berichteten von ihren Erfahrungen und machten deutlich, dass es sich nicht um Einzelschicksale handle, sondern um ein strukturelles Problem. Die Menge skandierte später "Wir wollen alle dasselbe – die Arschlöcher in die Elbe!", ein Ausdruck von Wut und Zusammenhalt.

Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer, eine weitere Rednerin, fragte in ihrer Ansprache, warum Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) Betroffene sexualisierter Gewalt bisher nicht öffentlich unterstützt habe. Sie warnte, dass die schlimmsten Fälle von Hass und Missbrauch möglicherweise noch im Verborgenen lägen, und forderte sofortiges Handeln sowie bessere Hilfsangebote für die Opfer. Die Hamburger Kundgebung ist Teil einer wachsenden Bewegung – weitere Proteste sind in Köln und München geplant.

Die Demonstration in Hamburg entwickelte sich zu einer der größten jüngeren Protestaktionen gegen sexualisierte Gewalt in Deutschland. Veranstalter und Teilnehmer fordern nun entschlossenere politische Maßnahmen und einen besseren Schutz für Betroffene. In den kommenden Wochen sollen in weiteren Großstädten ähnliche Kundgebungen stattfinden.

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