76 Prozent der Deutschen wollen Vermögenssteuer für Topverdiener über 300.000 Euro
Jakob Braun76 Prozent der Deutschen wollen Vermögenssteuer für Topverdiener über 300.000 Euro
Vermögenssteuer für Spitzenverdiener findet breite Zustimmung in Deutschland
Eine Vermögensabgabe für Topverdiener stößt in Deutschland auf starke öffentliche Unterstützung. Eine aktuelle Umfrage ergab, dass 76 Prozent der Befragten höhere Steuern für Personen mit einem Jahreseinkommen von über 300.000 Euro befürworten. Selbst in gut verdienenden Haushalten bleibt die Idee beliebt.
Die Erhebung, die am 29. und 30. April mit 1.000 Teilnehmenden durchgeführt wurde, zeigte eine breite Zustimmung. Die Unterstützung erstreckt sich über alle politischen Lager: 95 Prozent der Wähler der Grünen sprechen sich dafür aus, gefolgt von 89 Prozent der SPD-Anhänger. Auch unter den Wählern von CDU und CSU stimmen 73 Prozent zu.
Sogar unter Besserverdienern – Haushalten mit einem Monatsnettoeinkommen von mindestens 4.000 Euro – liegt die Zustimmung bei 74 Prozent. Der Vorschlag findet zudem sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland und über alle Einkommensschichten hinweg Anklang. Lediglich unter AfD-Anhängern fällt die Unterstützung mit nur 38 Prozent deutlich geringer aus.
CSU-Chef Markus Söder überraschte viele, als er die Vermögenssteuer in der ARD-Sendung Arena als „kein Tabu“ bezeichnete. Gleichzeitig bekräftigte er jedoch die Pläne, den Solidaritätszuschlag abzuschaffen – eine Abgabe, die vor allem Spitzenverdiener belastet. Die Ablehnung der Vermögenssteuer selbst bleibt mit nur 22 Prozent Gegnern und 2 Prozent Unentschlossenen gering.
Die Umfrage unterstreicht die weitverbreitete Unterstützung für eine stärkere Besteuerung der Superreichen. Mit Rückhalt in den meisten politischen Lagern und Einkommensgruppen könnte der Vorschlag künftige politische Debatten prägen. Söders vorsichtige Offenheit steht dabei im Kontrast zur traditionellen Haltung seiner Partei, die sich sonst für Steuersenkungen für Besserverdiener einsetzt.






