AfD verfehlt 20-Prozent-Marke in Rheinland-Pfalz trotz Rekordwahlbeteiligung
Finn BauerAfD verfehlt 20-Prozent-Marke in Rheinland-Pfalz trotz Rekordwahlbeteiligung
Die Alternative für Deutschland (AfD) erzielte bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz ein geringfügig schlechteres Endergebnis als zunächst prognostiziert. Erste Schätzungen von ARD und ZDF hatten die Partei noch bei 20 Prozent gesehen, doch nach Auszählung aller Stimmen stand sie am Ende bei 19,5 Prozent. Die Abweichung führte zu Vorwürfen von Unregelmäßigkeiten, während Experten sie auf übliche Anpassungen bei der Stimmenauszählung zurückführen.
Briefwahlstimmen spielten eine entscheidende Rolle für das Ergebnis. Ihr Anteil sank 2026 auf etwa 52 Prozent – nach 66 Prozent im Jahr 2021, als pandemiebedingt mehr Wähler per Post abstimmten. Die Wahlbeteiligung stieg insgesamt auf 68,5 Prozent und lag damit über den 64,3 Prozent von vor fünf Jahren.
Der Wahlabend begann mit Prognosen von ARD und ZDF, die der AfD in Rheinland-Pfalz zunächst 20 Prozent attestierten. Diese Hochrechnungen basieren auf Exit-Polls und ersten Auszählungen und dienen als vorläufige Richtwerte, nicht als Endergebnis. Mit fortschreitender Auszählung sank der Wert der Partei leicht auf 19,5 Prozent – eine Differenz von 0,5 Prozentpunkten zur ARD-Prognose.
Briefwahlstimmen werden oft später ausgezählt und können das Ergebnis noch verschieben. 2026 ging ihr Anteil im Vergleich zu 2021 zurück, als die Pandemie viele Wähler zur Briefwahl veranlasst hatte. Die Wahlbeteiligung kletterte diesmal auf 68,5 Prozent und überstieg damit die 64,3 Prozent der vorherigen Wahl.
AfD-Wähler zeigen traditionell eine größere Skepsis gegenüber der Briefwahl als Anhänger anderer Parteien. Studien belegen, dass ihre Anhänger seltener per Post wählen, was sich auf die Hochrechnungen auswirken kann. Statistische Modelle gleichen solche Lücken aus, indem sie Nichtwähler und Briefwähler in die Berechnungen einbeziehen.
Trotz der Routine solcher Anpassungen warf ein Facebook-Nutzer den Behörden Wahlfälschung vor, nachdem der AfD-Wert unter 20 Prozent gefallen war. Wahlforscher wiesen den Vorwurf zurück und betonten, dass sich Prognosen mit fortschreitender Auszählung präzisieren. ARD arbeitet für seine Hochrechnungen mit Infratest Dimap zusammen, ZDF mit der Forschungsgruppe Wahlen – beide nutzen Methoden, die unterschiedliche Wahlverhalten berücksichtigen.
Das Endergebnis der AfD in Rheinland-Pfalz lag bei 19,5 Prozent, knapp unter den ersten Prognosen. Die Briefwahlstimmen, die etwas mehr als die Hälfte aller Stimmen ausmachten, trugen zur Korrektur bei, als die Auszählung fortschritt. Die Wahlbeteiligung stieg insgesamt, was auf eine Rückkehr zu den Wahlgewohnheiten vor der Pandemie hindeutet.
Es gibt keine Belege für Wahlmanipulation. Die Abweichung erklärt sich daraus, wie sich Hochrechnungen entwickeln, während alle Stimmen – insbesondere die Briefwahlstimmen – ausgezählt und in die Modelle einfließen.






