04 April 2026, 12:17

Joey Skaggs' Aprilscherz-Parade enttäuscht mit weniger Spektakel als gewohnt

Eine belebte Straße in einer Stadt mit hohen Gebäuden, Fahrzeugen, Passanten, Laternenmästen und Werbetafeln, die New York City-Attraktionen auflisten, vor einem sichtbaren Himmel.

Joey Skaggs' Aprilscherz-Parade enttäuscht mit weniger Spektakel als gewohnt

Seit mehr als drei Jahrzehnten veranstaltet Joey Skaggs alljährlich zum 1. April eine Scherze-Parade in New York City. Das für seine ausgeklügelten Streiche bekannte Event zieht Medienvertreter und Highschool-Marschkapellen an – doch die diesjährige Ausgabe blieb hinter dem gewohnten Spektakel zurück. Skaggs nutzt die Parade, um zu testen, wie leicht sich Öffentlichkeit und Presse von dem täuschen lassen, was sie sehen und hören.

Die Tradition begann 1986, als Skaggs große Nachrichtenorganisationen wie die New York Times, CNN und lokale Sender aus New York einlud, über die Veranstaltung zu berichten. Im Laufe der Jahre präsentierte die Parade absurde Themen – von einem Donald-Trump-Doppelgänger-Wettbewerb bis hin zu einer Jahrtausendwende-Party zum vermeintlichen Weltuntergang. In diesem Jahr führte ein Präsidial-Imitator den Umzug an, gefolgt von der Vorführung einer satirischen "Melania"-Mockumentary und einer Lesung der geschwärzten Namen aus den Jeffrey-Epstein-Akten.

Skaggs ist kein Unbekannter, wenn es um Medienstreiche geht. 1985 brachte er Sports Illustrated dazu, eine Geschichte über Hayden "Sidd" Finch zu veröffentlichen – einen fiktiven Nachwuchsspieler der Mets, der angeblich einen 270 km/h schnellen Fastball werfen konnte. Der Artikel erschien als Aprilscherz, doch viele Leser glaubten ihn zunächst. Ähnlich täuschte Skaggs 1998 eine Buchvorstellung vor, bei der angeblich David Bowie eine Launch-Party für einen neuen Verlag schmiss – eine Geschichte, die sich später als weiterer Scherz entpuppte. Selbst der Schriftsteller "William Boyd", der 2011 darüber berichtete, war eine Erfindung.

Die Parade selbst zieht sich entlang der Fifth Avenue und verbindet Satire mit gesellschaftlicher Kritik. Skaggs beschreibt sie als eine Möglichkeit, "die Menschen wieder mit ihrer angeborenen Albernheit in Kontakt zu bringen" und "das Recht der Öffentlichkeit zu feiern, der Obrigkeit ins Gesicht zu lachen". Trotz der hochtrabenden Ankündigungen in Pressemitteilungen war die Teilnehmerzahl in diesem Jahr geringer als beworben, mit weniger Akteuren und Auftritten als erwartet.

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Die Parade bleibt eine skurrile Institution in New Yorks Kulturszene und zeigt, wie Medien und Publikum mit Inszenierungen umgehen. Zwar locken manche Jahre größere Menschenmengen und aufwendigere Stunts, doch Skaggs' Werk stellt weiterhin unsere Wahrnehmung von Wahrheit und Glaubwürdigkeit infrage. Seine Streiche erinnern daran, wie leicht Fiktion für Fakt gehalten werden kann.

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