03 April 2026, 02:15

Apotheken kämpfen gegen Rückforderungen wegen fehlender Chargennummern auf E-Rezepten

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma in 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Apotheken kämpfen gegen Rückforderungen wegen fehlender Chargennummern auf E-Rezepten

Rund 1.200 Apotheken in ganz Deutschland sehen sich mit Rückforderungsansprüchen konfrontiert, weil auf elektronischen Rezepten Chargennummern fehlen. Die Forderungen, die sich größtenteils auf die Jahre 2023 bis 2025 beziehen, betreffen teure Medikamente und belaufen sich insgesamt auf fast 10.000 Euro. Apothekerverbände und Krankenkassen liefern sich nun einen Streit über die Rechtmäßigkeit dieser Rückbelastungen.

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Ausgelöst wurde das Problem im Februar 2025, als Versicherer begannen, Rückzahlungen wegen fehlender patientenbezogener Chargennummern zu verlangen. Nach gesetzlicher Vorgabe müssen Apotheken diese Nummern bei elektronisch verordneten Arzneimitteln dokumentieren. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) hat bereits mehrere Apotheken angeschrieben – allein in Rheinland-Pfalz erhielten rund 30 Betroffene entsprechende Forderungen.

Betroffen ist auch Dr. Eyas Dayyoub, Inhaber der Seebach-Apotheke in Westhofen. Er erhielt Rückforderungsbescheide für zwei hochpreisige Medikamente: Imraldi 40 mg und Pemazyre 9 mg. Die Schreiben trafen Ende des Jahres über den Dienstleister Spektrum K ein, woraufhin er sofort Widerspruch einlegte.

Der Deutsche Apothekerverband (DAV) bezeichnet die Abzüge als rechtswidrig. Man argumentiert, dass den Krankenkassen kein finanzieller Schaden entstehe und die Arzneimittelsicherheit nicht beeinträchtigt werde. Dennoch bestehen die Versicherer auf ihr gesetzliches Recht, Gelder zurückzufordern, wenn Chargennummern fehlen – insbesondere bei teuren Therapien. Derzeit wird ein Musterwiderspruch erarbeitet, um betroffenen Apotheken bei der Anfechtung der Forderungen zu helfen.

Im Kern geht es um die Frage, ob fehlende Chargennummern finanzielle Sanktionen rechtfertigen. Mit fast 10.000 Euro auf dem Spiel wehren sich die Apotheken gegen die Rückforderungen. Das Ergebnis könnte richtungsweisend für die Behandlung ähnlicher Fälle in Zukunft sein.

Quelle