03 April 2026, 12:24

Apothekensterben in Deutschland: Warum die Versorgung trotzdem stabil bleibt

Ein Plakat mit dem Text "Big Pharma hat Amerikanerinnen und Amerikanern 2022 zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet wie in anderen Ländern" unten, neben ein paar Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Apothekensterben in Deutschland: Warum die Versorgung trotzdem stabil bleibt

Deutschlands Apothekenbranche steht vor tiefgreifenden Veränderungen, nachdem ein neuer Gesetzentwurf unter Branchenvertretern für Diskussionen sorgt. Die Zahl der öffentlichen Apotheken ist seit 2020 deutlich gesunken – von 19.081 auf etwa 16.600 bis Ende 2025. Trotz der Schließungen stellen Experten jedoch fest, dass die Versorgung der Bevölkerung mit Apotheken nicht schlechter geworden ist; in keiner Region gab es überproportionale Verluste.

Der Rückgang verläuft stetig: Zwischen 2020 und 2025 schlossen 2.310 Apotheken, im folgenden Jahr kamen weitere 440 hinzu, sodass die Gesamtzahl Ende 2025 bei rund 16.600 lag. Besonders betroffen waren städtische Gebiete, was jedoch auf die dort höhere Apothekendichte und nicht auf gezielte Abbaumaßnahmen zurückzuführen ist.

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Die Reaktionen auf den Gesetzentwurf fallen gemischt aus. Thomas Preis, Präsident der Bundesapothekerkammer (ABDA), begrüßte die geplante Richtung und unterstützte Vorhaben, die Festgebühr per Verordnung anzuheben. Markus Grunenberg vom GKV-Spitzenverband, dem Dachverband der gesetzlichen Krankenkassen, warnte hingegen, dass eine solche Maßnahme die Kosten um eine Milliarde Euro in die Höhe treiben könnte.

Andere Branchenvertreter äußerten Bedenken: Thomas Porstner vom Phagro-Großhandelsverband forderte schärfere Kontrollen bei Logistikdienstleistern, um die ordnungsgemäße Lagerung und den Transport von Arzneimitteln zu gewährleisten. Ulrich Langenberg, Leiter der Abteilung Gesundheitspolitik bei der Bundesärztekammer (BÄK), lehnte die Freigabe rezeptpflichtiger Medikamente für den rezeptfreien Verkauf ab. Dr. Stefan Hartmann vom Bundesverband Deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK) plädierte unterdessen für eine andere Herangehensweise bei der Regulierung der Erstattung für Rezepturarzneimittel.

Anja Zierath vom Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BVpta) lehnte eine Vertretungsregelung für Apotheken ohne zusätzliche Qualifikation ab. Dr. Elisabeth Fix von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) bestand darauf, dass Pflegeeinrichtungen informiert werden müssen, sobald E-Rezepte ausgestellt werden. Bork Bretthauer von Pro Generika lobte zwar die stabile Versorgung mit Biosimilars, forderte aber ein Verbot von Exklusivverträgen.

Der Gesetzentwurf hat bei Vertretern aus Gesundheitswesen und Apothekenbranche unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Während einige die geplanten Änderungen befürworten, warnen andere vor finanziellen Risiken oder fordern strengere Kontrollen. Zwar hat der anhaltende Rückgang der Apotheken die Versorgungssicherheit bisher nicht beeinträchtigt, doch bleibt der Sektor unter Druck, während sich die regulatorischen Rahmenbedingungen weiterentwickeln.

Quelle