25 March 2026, 12:18

ARD und ZDF vernachlässigen Wirtschaftsexperten in Talkshows – INSM übt scharfe Kritik

Plakat mit fetter schwarzer Schrift "Trickle-Down Economics Works Not" auf einem weißen Hintergrund, eingerahmt von einem schmalen schwarzen Rand, begleitet von einem Zitat des Präsidenten.

ARD und ZDF vernachlässigen Wirtschaftsexperten in Talkshows – INSM übt scharfe Kritik

Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF stehen in der Kritik, weil sie in ihren Talkshows wirtschaftliche Stimmen vernachlässigen. Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) wirft den Sendern vor, während der längsten Wirtschaftskrise Deutschlands zu wenige Vertreter aus der Wirtschaft zu Wort kommen zu lassen. Eine Analyse der Initiative zeigt ein deutliches Ungleichgewicht bei der Gästeauswahl in beliebten Formaten wie Markus Lanz, Caren Miosga und Maybrit Illner.

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Die INSM untersuchte 284 Folgen aus dem Jahr 2025, darunter Sendungen wie hart aber fair und Maischberger. Dabei stellte sich heraus, dass nur 20 Prozent der Ausgaben wirtschaftspolitische Themen behandelten – ein Rückgang im Vergleich zu 33 Prozent im Jahr 2023. Selbst wenn es um Wirtschaft ging, fehlten oft Vertreter aus der Wirtschaft.

Die Gästelisten waren stark von Politikern (41 Prozent) und Journalisten (27 Prozent) geprägt. Ökonomen machten 14 Prozent aus, Unternehmer nur 5 Prozent und Vertreter von Wirtschaftsverbänden lediglich 2 Prozent. In 32 Prozent der Folgen mit wirtschaftlichem Bezug war überhaupt keine Stimme aus der Wirtschaft vertreten.

Besonders auffällig war Maischberger: In 80 Prozent der wirtschaftsbezogenen Sendungen kamen keine Gäste aus der Wirtschaft zu Wort. Dagegen widmete hart aber fair 39 Prozent seiner Ausgaben wirtschaftlichen Themen und lud regelmäßig Vertreter der Wirtschaft ein.

INSM-Geschäftsführer Thorsten Alsleben kritisierte die Sender scharf für die Vernachlässigung der Wirtschaft in einer entscheidenden Phase. Er bemängelte, dass der Auftrag zu ausgewogener Berichterstattung nicht erfüllt werde, und forderte eine stärkere Einbindung wirtschaftlicher Perspektiven. Ohne diese Stimmen, so Alsleben, fehle der Öffentlichkeit ein umfassendes Verständnis der wirtschaftlichen Herausforderungen, vor denen Deutschland stehe.

Der Bericht der INSM offenbart eine Lücke in der Darstellung wirtschaftlicher Themen durch die öffentlich-rechtlichen Sender. Da weniger Sendungen wirtschaftspolitische Fragen behandeln und die Beteiligung von Wirtschaftsvertretern begrenzt ist, bleibt die Debatte vor allem von Politikern und Medienvertretern dominiert. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine breitere Repräsentation nötig ist, um die wirtschaftlichen Realitäten des Landes angemessener widerzuspiegeln.

Quelle