29 June 2026, 18:32

Bachmann-Preis 2024: Frauenpower in der Jury und ein spektakulärer Eklat auf der Bühne

Gegen alles Frontal

Bachmann-Preis 2024: Frauenpower in der Jury und ein spektakulärer Eklat auf der Bühne

Bachmann-Preis 2024: Historische Jury, mutige Texte und ein spektakulärer Abgang

In diesem Jahr sorgte der Bachmann-Preis mit bemerkenswerten Preisträgern und deutlichen Statements für Aufsehen. Erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs bestand die Jury ausschließlich aus sieben Frauen. Die Autorinnen und Autoren präsentierten kraftvolle Texte über persönliche und gesellschaftliche Kämpfe, wobei mehrere Auszeichnungen an herausragende Beiträge vergeben wurden.

Das Festival begann unter glühender Sommersonne – eine Atmosphäre, die an Ingeborg Bachmanns Hörspiel Der gute Gott von Manhattan erinnerte, in dem Gott auf der Anklagebank sitzt. Zu den Gewinnerinnen zählte Schaette, die sowohl den mit 30.000 Euro dotierten Hauptpreis als auch den Publikumspreis für Was wir tragen erhielt. Ihr Text setzt sich mit der anhaltenden Gewalt und den Überlebensstrategien von Menschen mit Adipositas auseinander.

Ozan Zakariya Keskinkılıç wurde für Vater ohne Sohn mit dem Deutschlandfunk-Preis ausgezeichnet, während Kinga Tóth den KELAG-Preis für ihre scharfe Sprache und die Darstellung eines „Ostblock-Mädchens“ erhielt. Wiederkehrende Motive wie Flecken verwiesen in den Lesungen auf prekäre Lebensumstände.

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Ein besonderer Höhepunkt war der Auftritt von Slata Roschal, die nach ihrer Lesung mit einer deutlichen Kritik an der Literaturszene für Furore sorgte. Sie prangerte die kargen Fördergelder und minimalen Einnahmen für Autor:innen an – und verließ konsequent die Bühne, ohne sich der Jury zu stellen. Auch die Jurorinnen selbst betonten, wie viele Texte wirtschaftliche Hierarchien und existenzielle Not thematisierten.

Die rein weiblich besetzte Bachmann-Jury würdigte Werke, die sich mit Ungleichheit und persönlichem Leid auseinandersetzten. Die Preisverleihungen und Diskussionen unterstrichen die finanziellen und sozialen Herausforderungen, vor denen viele Schriftsteller:innen stehen. Besonders in Erinnerung bleiben werden die schonungslosen Schilderungen von Kampf und Widerstandskraft, die mehrere Texte prägten.

Quelle