Baden-Württemberg will mit Wasserstoff und CCS zum Klimavorreiter werden
Jakob BraunBaden-Württemberg will mit Wasserstoff und CCS zum Klimavorreiter werden
Die neue Grün-Schwarze Koalition in Baden-Württemberg hat einen ehrgeizigen Plan vorgelegt, um den Klimaschutz zu beschleunigen und gleichzeitig die regionale Wirtschaft zu stärken. Die Landesregierung will das Bundesland zu einem Wasserstoff-Zentrum und Vorreiter bei grüner Technologie machen – und dabei bürokratische Hürden für Schlüsselprojekte abbauen.
Ein klares Ziel ist gesetzt: Klimaneutralität bis 2040. Um dies zu erreichen, werden einige Vorschriften des Klimaschutz- und Anpassungsgesetzes gelockert, insbesondere die Berichtspflichten reduziert. Gleichzeitig erhalten Städte und Gemeinden einen festen Anteil an den Gewinnen aus Windparks und großen Solaranlagen garantiert.
Die erneuerbaren Energien sollen massiv ausgebaut werden – Wind-, Solar-, Wasserkraft und Biogas stehen im Fokus. Eine neue Taskforce wird den Netzausbau beschleunigen, um die steigenden Kapazitäten bewältigen zu können. Zudem will das Land den Aufbau von CO₂-Abscheidung und -Speicherung (CCS) vorantreiben und dabei eine Bundesklausel nutzen, um das sonst in Deutschland geltende Verbot der CO₂-Speicherung an Land zu umgehen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Wasserstoffproduktion. Die Regierung fördert „systemkompatible Elektrolyseur-Projekte“, um eine stabile Lieferkette aufzubauen. Eine geplante „Grüne-Technologie-Allianz“ soll Industrie, Forschung und Start-ups vernetzen, um Arbeitsplätze zu schaffen und Innovation voranzutreiben. Gleichzeitig könnten Umweltverbände weniger rechtliche Möglichkeiten erhalten, gegen Projekte vorzugehen, da das überarbeitete Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz Einsprüche einschränkt.
Die neuen Maßnahmen zielen darauf ab, eine schnelle Dekarbonisierung mit wirtschaftlichem Wachstum zu verbinden. Durch Bürokratieabbau, den Ausbau erneuerbarer Energien und Investitionen in Wasserstoff sowie CCS will sich Baden-Württemberg an die Spitze der grünen Industrie setzen. Der Erfolg hängt jedoch davon ab, wie zügig die Infrastruktur aufgebaut wird und wie reibungslos die rechtlichen Änderungen umgesetzt werden.






