Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach elf Monaten endlich wieder frei – doch die Probleme bleiben
Maximilian BrandtBahnstrecke Hamburg–Berlin nach elf Monaten endlich wieder frei – doch die Probleme bleiben
Die Bahnstrecke Hamburg–Berlin ist nach monatelanger Sperrung endlich wieder in Betrieb
Die Wiedereröffnung erfolgte jedoch mit sechs Wochen Verspätung – statt wie geplant nach zehn Monaten dauerten die umfangreichen Sanierungsarbeiten schließlich elf Monate. Pendler und Güterverkehr hatten in dieser Zeit mit massiven Einschränkungen zu kämpfen.
Die Strecke war bereits im August 2022 für die Großbaustelle voll gesperrt worden. Betroffen waren Fern-, Regional- und Güterzüge. Während der Bauarbeiten wurden Fernverkehrszüge über Stendal und Uelzen umgeleitet, was die Fahrzeiten deutlich verlängerte.
Starker Frost im Januar und Februar verschärfte die Verzögerungen zusätzlich. Der gefrorene Boden brachte die Bauarbeiten zum Erliegen und verschob den geplanten Wiedereröffnungstermin. Ein Notfallbudget von 300 Millionen Euro wurde aufgrund der Rückschläge vollständig aufgebraucht.
Auch die Kosten explodierten: Statt der ursprünglich veranschlagten 2,2 Milliarden Euro belief sich die Endabrechnung auf rund 2,7 Milliarden – 500 Millionen mehr als geplant. Kritiker hinterfragen inzwischen das Konzept der flächendeckenden Komplettsanierung, da es immer wieder zu Kostenüberschreitungen und langen Vollsperrungen kommt.
Doch selbst nach der Wiedereröffnung gab es weitere Probleme: Aufzüge fielen aus, Züge fuhren nicht nach Plan, und das neue europäische Zugsicherungssystem (ETCS) konnte nicht wie vorgesehen installiert werden. Eine weitere langfristige Vollsperrung in fünf bis zehn Jahren gilt daher als wahrscheinlich.
Die Strecke Hamburg–Berlin ist zwar wieder befahrbar, doch die Herausforderungen bleiben. Die Verzögerungen und Kostenexplosionen zeigen, wie schwierig groß angelegte Bahnmodernisierungen sind – und eine weitere längere Sperrung könnte nötig werden, um die geplante Modernisierung abzuschließen.
