Banaszaks feministische Männer-Initiative stößt auf Kritik und AfD-Konkurrenz
Finn BauerBanaszaks feministische Männer-Initiative stößt auf Kritik und AfD-Konkurrenz
Grünen-Chef Felix Banaszak wirbt für mehr männliches Engagement im Feminismus – doch seine Initiativen stoßen auf Debatten und Kritik, besonders nach jüngsten Missbrauchsvorwürfen gegen einen prominenten Schauspieler. Gleichzeitig versuchen rechtsextreme Politiker mit spaltenden Botschaften gezielt junge Männer vor der Europawahl 2024 anzuwerben.
Die Diskussion fällt in eine Zeit, in der Wahlanalysen eine klare Kluft zeigen: Bei der letzten Bundestagswahl stimmten Männer unter 24 Jahren mehrheitlich für die rechtspopulistische AfD, während junge Frauen eher links der Mitte wählten.
Banaszak hatte bereits Anfang des Jahres in einem Playboy-Interview versucht, junge Männer mit feministischen Ideen zu erreichen. Er argumentierte, starre Geschlechterrollen schadeten auch Männern, die daher ein Interesse an Gleichberechtigung haben müssten. Doch nach den Vorwürfen gegen Schauspieler Christian Ulmen, erhoben von seiner Ex-Partnerin Collien Fernandes, räumte Banaszak ein, seinen Ansatz überdenken zu müssen.
Sein pinkfarben gestrichenes Büro wurde zum Gesprächsthema, nachdem ein Welt-Kolumnist die Grünen-Führung als moralinsauer verspottet hatte. Die Kritik zeigte, wie selbst scheinbare Nebensächlichkeiten wie Inneneinrichtung politische Angriffsflächen bieten. Unbeeindruckt fordert Banaszak nun geschützte Räume, in denen Männer innerhalb der Partei über Geschlechterfragen diskutieren können.
Kürzlich besuchte er Vaterwelten in Krefeld, eine Initiative, die Geburtsvorbereitungskurse für Väter anbietet. Er setzt sich für bessere Förderung solcher Projekte ein, da sie helfen, traditionelle Männlichkeitsbilder aufubrechen. Sein Kurs steht im scharfen Kontrast zur AfD-Rhetorik: Vor der Europawahl riet Spitzenkandidat Maximilian Krah jungen Männern, die Probleme bei der Partnersuche hätten, sich „richtig zu positionieren“.
Vor 20 Jahren trug Fußballtorwart Tim Wiese noch ohne Aufsehen Pink auf dem Platz. Heute sehen sich Banaszaks pinkes Büro und sein feministisches Engagement weitaus kritischeren Blicken ausgesetzt – ein Zeichen dafür, wie sehr sich die Geschlechterdebatte in Deutschland gewandelt hat.
Die Grünen schaffen nun gezielt Foren, in denen Männer über Rollenbilder sprechen können. Banaszaks Initiativen kommen zu einer Zeit, in der rechtsextreme Parteien bei jungen männlichen Wählern an Zuspruch gewinnen. Ob sein Ansatz Haltungen verändert oder auf weiteren Widerstand stößt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
Die Debatte offenbart zudem eine tiefere politische Spaltung: Während links der Mitte stehende Parteien vor allem junge Frauen anziehen, findet die AfD mit ihrer Botschaft weiterhin Anklang bei jungen Männern.






