Bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch lokale Kultfiguren wie Pumuckl und Dürers Hasen
Paul MeyerWenn es grün ist, hopse weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch lokale Kultfiguren wie Pumuckl und Dürers Hasen
Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen regionale Kultfiguren aus
Mehrere bayerische Städte ersetzen zunehmend die klassischen Fußgängerampeln durch Figuren, die von der lokalen Kultur inspiriert sind. Die Initiative stößt sowohl auf Begeisterung als auch auf Debatten über Sicherheit und Gestaltung. Während einige Anwohner die kreative Note begrüßen, äußern Behörden Bedenken hinsichtlich der Verständlichkeit und der Einhaltung von Vorschriften.
München wird Anfang 2025 drei Ampeln mit Pumuckl einführen, dem schelmischen Kobold aus Kinderbüchern. Nürnberg zog im Februar 2026 mit einer Figur nach, die auf Albrecht Dürers berühmter Zeichnung Feldhase basiert. Die Stadt holte sich keine Landesgenehmigung ein und berief sich darauf, dass Kommunen ihre Verkehrssysteme selbst verwalten dürfen.
In Dachau zeigen die Fußgängerampeln nun Figuren in traditioneller bayerischer Tracht – die Stencil-Arbeiten und das Design kosteten 300 Euro. Deggendorf entschied sich für eine Frau, die Knödel wirft, während in Straubing Bruder Straubinger, eine lokale Volksfigur, zu sehen ist. Augsburgs Kasperl, eine Figur aus dem regionalen Puppentheater, erforderte eine Sondergenehmigung der Schwäbischen Regierung.
Der Vorschlag von Hof, einen Wärschtlamo – einen Würstchenverkäufer und Stadtsymbol – als Ampelfigur einzuführen, wurde zunächst aus Sorge um die Verkehrssicherheit abgelehnt. Nach einer Prüfung gab es jedoch grünes Licht, und die Figur wird bald an Übergängen auftauchen. Die Änderungen werden mit lokalem Stolz aufgenommen, doch das bayerische Innenministerium lehnt sie ab und warnt, dass ungewöhnliche Designs Fußgänger verwirren könnten.
Die individuellen Ampelfiguren spiegeln regionale Identität wider, stoßen aber auf Widerstand der Landesbehörden. Städte wie Nürnberg und Hof setzen die Pläne auch ohne vollständige Genehmigung um, während andere die notwendigen Erlaubnisse einholten. Vorerst bleiben die verspielten Figuren ein Mix aus bürgerlichem Einfallsreichtum und regulatorischer Diskussion.






