Bielefelds neues Jugendgerichtszentrum setzt auf Prävention statt Strafe
Maximilian BrandtBielefelds neues Jugendgerichtszentrum setzt auf Prävention statt Strafe
In Bielefeld hat ein neues Jugendgerichtszentrum seine Türen geöffnet – bereits die achte Einrichtung dieser Art in Nordrhein-Westfalen. Das Zentrum, das in der Nähe des Hauptbahnhofs liegt, soll junge Straftäter durch gezielte Programme unterstützen. Die Initiative baut auf ein Modell auf, das erstmals 2009 in Köln eingeführt wurde.
Die Idee der Jugendgerichtszentren entstand 2009 mit der Eröffnung der ersten Einrichtung in Köln. Paderborn folgte 2012, und seitdem wächst das Netzwerk stetig. Heute gibt es rund 20 solche Zentren im Land, die jährlich zwischen 5.000 und 7.000 Jugendliche mit Angeboten wie sozialem Training und Beratung erreichen.
Das Bielefelder Zentrum konzentriert sich auf junge Straftäter, die gegen das Gesetz verstoßen, und hilft ihnen, rechtliche Grenzen und die Folgen ihres Handelns zu verstehen. Staatsanwälte, Polizei und Jugendhilfe arbeiten dabei unter einem Dach eng zusammen. Dieser ganzheitliche Ansatz hat sich bereits in der Bekämpfung von Jugendkriminalität in der Region bewährt.
Die Teilnehmer erhalten maßgeschneiderte Unterstützung, darunter feste Ansprechpartner und Förderprogramme. Die Auswahl für das Programm erfolgt individuell, um sicherzustellen, dass diejenigen, die am meisten Hilfe benötigen, auch erreicht werden. Zwar gibt es noch keine genauen Zahlen zur Kriminalprävention, doch setzt das Modell auf frühe Intervention und die Zusammenarbeit der Behörden.
Ein neuntes Zentrum in Duisburg ist bereits in Planung und soll das Netzwerk weiter ausbauen. Das Ziel bleibt gleich: junge Straftäter vor Rückfällen bewahren und ihnen den Weg zu besseren Entscheidungen ebnen.
Das Jugendgerichtszentrum Bielefeld stärkt die landesweiten Bemühungen zur Bekämpfung von Jugendkriminalität durch abgestimmte Hilfsangebote. Mit nun acht aktiven Zentren und einem weiteren in Vorbereitung setzt das Programm weiterhin auf die Zusammenarbeit von Strafverfolgungsbehörden und Sozialdiensten. Im Mittelpunkt stehen Prävention, Aufklärung und individuelle Betreuung für gefährdete Jugendliche.






