Bundeswehr testet neue Sturmgewehre: Das Ende des G36 ist eingeläutet
Bundeswehr testet neue Sturmgewehre: Das Ende des G36 ist eingeläutet
Die deutschen Streitkräfte bereiten sich auf ein großes Upgrade ihrer Sturmgewehre vor. Nach mehr als zwei Jahrzehnten mit dem G36 testet die Bundeswehr nun modernere Modelle, um ihre veraltete Ausrüstung zu ersetzen. Zwei Gewehre – das HK433 und das HK416A7 – gelten als Favoriten in diesem Auswahlverfahren.
Das HK433, 2017 vorgestellt, verkörpert die neueste Technologie der vierten Generation von Heckler & Koch. Sein modularer Aufbau und die Anpassungsfähigkeit haben bereits zu einer teilweisen Einführung geführt: Über die Hälfte der zunächst bestellten 1.750 Gewehre wurde bereits an die Truppen ausgeliefert.
Das seit 1997 im Dienst stehende G36 nähert sich dem Ende seiner Einsatzzeit. Das Bundesministerium der Verteidigung initiierte daher das Programm System Sturmgewehr Bundeswehr, um einen Nachfolger zu finden. Unter den Optionen sticht das HK433 durch seine Flexibilität hervor: Es bietet austauschbare Läufe (von 280 bis 503 mm), Unterstützung für verschiedene Kaliber (darunter 5,56×45 NATO und 7,62×39) sowie beidhändige Bedienelemente. Zudem verfügt es über moderne Schienensysteme und ist mit allen Standard-Magazinen des AR15-Typs kompatibel.
Mit einer Feuerrate von etwa 700 Schuss pro Minute eignet sich das Gewehr sowohl für die reguläre Infanterie als auch für Spezialeinheiten. Obwohl es primär von der Bundeswehr eingeführt wird, hat seine kommerzielle Verfügbarkeit zu einer begrenzten internationalen Nutzung geführt. Parallel dazu wird das HK416A7, unter der Bezeichnung G95k vermarktet, als leichtes Spezialkräfte-Gewehr unter dem Namen Sturmgewehr Spezialkräfte leicht beworben.
Zu den Konkurrenten zählt auch die MK556 von C.G. Haenel, ein weiteres AR-15-Derivat. Beide Gewehre werden derzeit evaluiert, wobei die endgültige Entscheidung die nächste Generation der militärischen Handfeuerwaffen Deutschlands prägen wird. Die drei Gewehrfamilien von Heckler & Koch – G3, G36 und nun HK416/HK433 – bleiben weltweit im Einsatz und unterstreichen die langjährige Führungsrolle des Unternehmens in der Waffenentwicklung.
Der Wechsel markiert für die deutsche Armee einen doppelten Wandel: den Abschied vom G36 und die Einführung eines Gewehrs der vierten Generation. Mit über 900 HK433-Einheiten, die bereits im Einsatz getestet werden, entscheidet die finale Auswahl zwischen HK433, HK416A7 oder MK556 über das künftige Standardgewehr der Bundeswehr für die kommenden Jahre.
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