CDU-Kandidat Hagel gerät wegen alter sexistischer Äußerungen über ein Mädchen in Erklärungsnot

Paul Meyer
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Ein Plakat mit der Aufschrift 'Toiletten sind Geschlechterneutral' betont die Bedeutung von Geschlecht auf der Toilette.Paul Meyer

CDU-Kandidat Hagel gerät wegen alter sexistischer Äußerungen über ein Mädchen in Erklärungsnot

Ein umstrittenes Interview aus dem Jahr 2018 mit dem CDU-Politiker Manuel Hagel tauchte im Februar 2026 wieder auf und löste neue Vorwürfe wegen sexistischer Äußerungen aus. Das Video, das die Grünen-Politikerin Zoe Mayer nur wenige Wochen vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg teilte, entfachte erneut eine Debatte über Hagels Aussagen zu einem Teenager-Mädchen und seine Kommentare während eines Schulbesuchs. Kritiker verurteilten seine Wortwahl als objektivierend und rückständig, was Hagel dazu zwang, sich öffentlich mit den Folgen auseinanderzusetzen.

Der Skandal nahm seinen Lauf, als Hagel – mittlerweile Kandidat der CDU für das Amt des Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg – in dem acht Jahre alten Interview mit dem Wort "Mist" ("Quatsch") begann. Darin beschrieb er einen Schulbesuch, bei dem die Klasse "zu 80 Prozent aus Mädchen" bestand, und scherzte, der Termin sei "nicht so schlimm" für einen 29-jährigen Politiker gewesen. Zudem sprach er über ein Mädchen namens Eva, wobei er sich stark auf ihr Äußeres konzentrierte – was viele später als anzüglich und herabwürdigend kritisierten.

Das Video wurde im Februar 2026 wieder verbreitet, nachdem Zoe Mayer es online erneut geteilt hatte. Der Zeitpunkt – kurz vor der Landtagswahl am 8. März – verstärkte die Empörung. Während einer Fernsehdebatte am 24. Februar konfrontierte der AfD-Kandidat Markus Frohnmaier den Grünen-Chef Cem Özdemir, der Hagel in Schutz nahm und betonte, dieser würde sich heute nicht mehr so äußern. Hagel selbst räumte ein, dass seine Aussagen ein Fehler gewesen seien, und gab zu, seine Frau habe ihn damals für seinen lockeren Tonfall gerügt.

Mittlerweile Vater von drei Kindern, betont Hagel nun seine Verbundenheit mit traditionellen Familienwerten – ein offensichtlicher Versuch, sich von seinen Aussagen aus dem Jahr 2018 zu distanzieren. Doch der Vorfall wirft ein größeres Problem auf: Viele Männer machen nach wie vor veraltete, sexistische Bemerkungen in informellen Runden. Beobachter weisen darauf hin, dass solche Äußerungen mit der zunehmenden Rechtsverschiebung im politischen Diskurs häufiger werden könnten, wenn sie nicht konsequent hinterfragt werden.

Das wiederaufgetauchte Interview stellt Hagels Urteilsvermögen kurz vor der Wahl infrage. Sein Eingeständnis des Fehlers und die öffentliche Reaktion unterstreichen die wachsenden Erwartungen an Politiker, sich von sexistischer Sprache zu distanzieren. Die Affäre zeigt zudem, dass Forderungen nach Verantwortung im öffentlichen Diskurs kaum an Bedeutung verlieren werden – unabhängig von der politischen Ausrichtung.