20 March 2026, 18:15

Christian Ulmen im Sturzflug: Wie Deepfake-Vorwürfe seine Karriere zerstören

Schwarze und weiße Zeitschriftumschlag mit der Aufschrift 'Humoristische Liste', auf dem ein Mann im Anzug mit ernster Miene und eine Frau mit einem verschmitzten Grinsen zu sehen ist.

Christian Ulmen im Sturzflug: Wie Deepfake-Vorwürfe seine Karriere zerstören

Christian Ulmen, einst bekannt für seine Darstellung überzogener frauenfeindlicher Figuren im deutschen Fernsehen, sieht sich nun schweren Vorwürfen seiner Ex-Frau gegenüber. Collien Fernandes warf ihm 2023 vor, Deepfake-Missbrauch, körperliche Gewalt und digitale Identitätsfälschung betrieben zu haben – Anschuldigungen, die sich im März 2026 weiter zuspitzten. Der Skandal führte dazu, dass seine Sendungen abgesetzt wurden, und befeuert die Forderung nach mehr Verantwortung in der Unterhaltungsbranche.

In den mittleren 2000er-Jahren wurde Ulmen durch die ProSieben-Sendung Mein neuer Freund einem breiten Publikum bekannt, eine Reality-Show, in der er wöchentlich einen anderen schrecklichen Freund spielte. Zu seinen Figuren zählte etwa Alexander von Eich, ein reicher Aristokrat, der seine Freundin mit einem Stock demütigte und "Franziskarrrrr!" brüllte. Ein weiteres umstrittenes Format war Wer will meine Freundin vögeln?, eine Gameshow, in der Männer um die "heißeste" Freundin wetteiferten – mit peinlichen und erniedrigenden Aufgaben.

Als Ulmen und Fernandes ihre Beziehung 2010 öffentlich machten, wurde ihre Partnerwahl kritisch hinterfragt. Diese Reaktion spiegelte ein gesellschaftliches Muster wider: Statt Männer zur Verantwortung zu ziehen, wurden Frauen für das Verhalten ihrer Partner verantwortlich gemacht.

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Fernandes' Vorwürfe von 2023 nahmen 2026 eine düstere Wendung, als sie behauptete, Ulmen habe gefälschte Online-Profile unter ihrem Namen erstellt, explizite Inhalte verbreitet und sogar Telefongespräche mit sexuellen Inhalten geführt, während er sich als sie ausgab. Sie bezeichnete sein Handeln als "virtuelle Vergewaltigung" – eine Parallele zu seinen TV-Rollen. Der Fall wurde inzwischen der spanischen Polizei gemeldet, und der Streamingdienst Joyn nahm seine Serie jerks. aus dem Programm.

Der Skandal hat die Debatte über Missbrauch und Verantwortung neu entfacht. Viele berufen sich dabei auf Gisèle Pelicots Leitsatz: "Die Scham muss die Seite wechseln." Fernandes' Geschichte wird nun als Teil eines größeren Musters gesehen, in dem Frauen von Männern verletzt werden – oft ignoriert, bis öffentlicher Druck eine Aufarbeitung erzwingt.

Ulmens Karriere hat seit Bekanntwerden der Vorwürfe einen steilen Absturz erlebt. Medien sprechen von einem "Pelicot-Moment", der einen Wandel in der Behandlung solcher Fälle signalisiert. Mit abgesetzten Shows und einer sich wandelnden öffentlichen Meinung steht nun die Frage im Raum, ob rechtliche und brancheninterne Konsequenzen folgen werden.

Quelle