EU und Mercosur schaffen größte Freihandelszone – Chancen und Ängste für Landwirte

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Ein Zaun mit trockenen Blättern darauf, ein Vogel darauf sitzend, mit Bäumen, Wasser und einem klaren Himmel im Hintergrund.

Minister: Mercosur Deal Gut für Thüringen - EU und Mercosur schaffen größte Freihandelszone – Chancen und Ängste für Landwirte

EU und Mercosur besiegeln historisches Handelsabkommen – größte Freihandelszone der Welt entsteht

Die EU und der Mercosur haben ein bahnbrechendes Handelsabkommen finalisiert, das die größte Freihandelszone der Welt schafft. Mit über 700 Millionen Menschen soll das Abkommen Zölle senken und neue Märkte erschließen. Dennoch bleiben bei europäischen Landwirten Bedenken wegen der Konkurrenz durch günstigere Importe aus Südamerika.

Das Abkommen wird Handelsbarrieren zwischen der EU und den Mercosur-Staaten – Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay – abbauen. Europäische Exporteure bestimmter Agrarprodukte erhalten besseren Marktzugang, während Schutzklauseln EU-Landwirte vor zu starken Preiseinbrüchen bewahren sollen. Zudem wurden strenge Importobergrenzen für südamerikanisches Fleisch, Käse, Zucker und Ethanol festgelegt, um die Sorgen der Branche zu mildern.

Deutsche Landwirte, darunter auch solche aus Thüringen, hatten gegen das Abkommen protestiert und befürchten ungleiche Wettbewerbsbedingungen. Dennoch sieht Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) wirtschaftliche Chancen für die Region. Sie wird Ende 2026 eine Delegation in die Mercosur-Region führen, um neue Geschäftsmöglichkeiten und Partnerschaften auszuloten.

Über den Handel hinaus zielt das Abkommen darauf ab, Europas Abhängigkeit von China und den USA zu verringern. Zudem sichert es den Zugang zu kritischen Rohstoffen wie Lithium, das für Schlüsselsektoren wie die Elektroauto-Produktion unverzichtbar ist.

Das Mercosur-Abkommen wird die Handelsströme zwischen Europa und Südamerika neu gestalten. Der geplante Besuch der Thüringer Delegation 2026 soll zeigen, wie lokale Unternehmen von den neuen Chancen profitieren können. Gleichzeitig sollen die Schutzmaßnahmen bei Agrarimporten ein Gleichgewicht zwischen wirtschaftlichem Wachstum und dem Schutz der EU-Landwirte herstellen.